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Ataman legt Fokus auf Altersdiskriminierung - Grundgesetz ändern

29.01.2023
um 15:49 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, will verst√§rkt gegen die Altersdiskriminierung vorgehen. "Wir m√ľssen Altersdiskriminierung in Deutschland ernster nehmen als bisher", sagte Ataman dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). Nach ihren Angaben betrafen etwa 15 Prozent der 45 000 Beratungsanfragen, die von 2006 bis zum November 2022 in der Antidiskriminierungsstelle eingegangen seien, dieses Feld. Dabei gehe es zum Beispiel um Schwierigkeiten bei der Jobsuche oder um nicht gew√§hrte Kredite.

Gegen Altersdiskriminierung vorzugehen, sei auch deshalb schwierig, weil Betroffene kein Auskunftsrecht h√§tten und ein Prozessrisiko allein tragen m√ľssten, beklagte Ataman. Helfen w√ľrde aus ihrer Sicht hier ein Klagerecht der Antidiskriminierungsstelle und der gro√üen Verb√§nde, die sich f√ľr √§ltere Menschen in Deutschland einsetzten.

Die Beauftragte pl√§dierte zudem daf√ľr, den Grundgesetzartikel 3 zu erg√§nzen. Dort ist festgelegt, dass niemand wegen einer Behinderung, seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religi√∂sen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Der Begriff "Lebensalter" sollte Ataman zufolge dort aufgenommen werden. "Erst dann w√§re auch in unserer Verfassung klargestellt: Diskriminierung aufgrund des Alters ist nicht in Ordnung", betonte sie./shy/DP/stw