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H√∂here Entsch√§digung f√ľr Germanwings-Hinterbliebene in Spanien

16.05.2023
um 23:16 Uhr

MADRID (dpa-AFX) - Mehr als acht Jahre nach der Germanwings-Katastrophe hat Spaniens Oberster Gerichtshof 14 Familien h√∂here Schadenersatz-Anspr√ľche zugesprochen. Am 24. M√§rz 2015 hatte ein fr√ľher unter Depressionen leidender Co-Pilot das Flugzeug auf der Strecke Barcelona-D√ľsseldorf in den franz√∂sischen Alpen absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Alle 150 Insassen kamen ums Leben. Die meisten Opfer kamen aus Deutschland und Spanien.

Der vom Landgericht 2019 in Barcelona festgesetzte prozentuale Aufschlag auf die f√ľr Autounf√§lle festgesetzten Entsch√§digungen sei im Falle der 14 Kl√§ger zu gering gewesen, urteilten die Richter in Madrid, wie am Dienstagabend mitgeteilt wurde. Andere Hinterbliebene hatten sich mit der Versicherung auf einen Vergleich geeinigt.

Das Gericht in Barcelona hatte die Entsch√§digungen um 25 Prozent wegen der Au√üergew√∂hnlichkeit des Ungl√ľcks angehoben. Wenn ein Anspruchsberechtigter mit einem der Opfer in h√§uslicher Gemeinschaft lebte, wurden weitere 20 Prozent aufgeschlagen, wenn dies nicht der Fall war, zehn Prozent. Demnach lagen die Entsch√§digungen zwischen 20 625 Euro und 105 000 Euro, berichtete die Zeitung "La Vanguardia".

Das Oberste Gericht sah dies als unzureichend an. "Eine derart geringe prozentuale Erh√∂hung der Entsch√§digung (...) unterscheidet sich kaum von dem, was bei einem Verkehrsunfall gew√§hrt w√ľrde", schrieben die Richter. "Die anhaltende Trauer, die f√ľr den Verlust eines geliebten Menschen bei einer solchen Katastrophe typisch und √§u√üerst schmerzhaft ist, wird so nicht ausreichend entsch√§digt, umso mehr, als das Ungl√ľck nicht zuf√§llig geschah, sondern von einem Besatzungsmitglied vors√§tzlich herbeigef√ľhrt wurde", stand in der Urteilsbegr√ľndung./ro/DP/ngu

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