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Original-Research: UmweltBank AG (von GBC AG): Kaufen

16.08.2023
um 10:01 Uhr

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Original-Research: UmweltBank AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu UmweltBank AG

Unternehmen: UmweltBank AG
ISIN: DE0005570808

Anlass der Studie: Research Note
Empfehlung: Kaufen
Kursziel: 13,80 EUR
Kursziel auf Sicht von: 31.12.2024
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Cosmin Filker, Marcel Goldmann

1.HJ 2023: Geschäft weiter ausgebaut, Zinsergebnis erwartungsgemäß
reduziert; Prognoseanpassung, da Projektverkauf nicht stattfindet; Kursziel
auf 13,80 EUR (bisher: 14,40 EUR) gesenkt; Rating: KAUFEN
 
Trotz des aktuellen für die Bankenbranche herausfordernden Marktumfelds hat
die UmweltBank AG auch zum 30.06.2023 das Geschäftsvolumen, also die
Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen,
um 3,1 % auf 6.805 Mio. EUR (31.12.22: 6.602 Mio. EUR) gesteigert. Zu dieser
Entwicklung dürften auf der Aktivseite insbesondere der Anstieg bei den
ausstehenden Umweltkrediten auf 3.889 Mio. EUR (31.12.22: 3.703 Mio. EUR)
beigetragen haben. Das Neukreditvolumen lag mit 397 Mio. EUR (VJ: 325 Mio. EUR)
um 22,2 % damit deutlich über dem Wert des Vorjahres.
 
Dieser positiven Bilanzentwicklung steht jedoch ein Rückgang bei den
Ertrags- und Ergebniskennzahlen gegenüber. Auffällig ist der Rückgang beim
Zins-, Finanz- und Bewertungsergebnis auf 25,13 Mio. EUR (VJ: 29,69 Mio. EUR).
Zwar veröffentlicht die UmweltBank AG keine weiteren Details zur
Ertragsentwicklung, es ist aber davon auszugehen, dass hierfür eine
rückläufige Entwicklung des Zinsergebnisses verantwortlich ist. Nach wie
vor sorgt das gestiegene Zinsniveau für einen stärkeren Anstieg der
Zinsaufwendungen, da diese aufgrund der Kurzfristigkeit des
Einlagengeschäftes flexibler auf Marktänderungen reagieren. Darüber hinaus
dürfte das Auslaufen von Corona-Sonderkonditionen für einen zusätzlichen
Anstieg der Zinsaufwendungen gesorgt haben. Schon im Vorfeld hatte das
UmweltBank-Management mit einer rückläufigen Entwicklung der Zinsmarge
gerechnet.
 
Die Geschäftsjahre 2023 und 2024 werden von der UmweltBank AG als
Transformationsphase betrachtet. Hierzu gehört die Umstellung auf ein neues
Kernbankensystem, die Verstärkung des Personals, der Bau eines neuen
Firmensitzes sowie die Erfüllung regulatorischer Anforderungen.
Insbesondere die Migration des Kernbankensystems ist hier mit hohen Kosten
verbunden, die für das laufende Geschäftsjahr 2023 auf rund 10 Mio. EUR
taxiert werden. Im ersten Halbjahr 2023 lagen die Migrationskosten bei 4,12
Mio. EUR (VJ: 0,10 Mio. EUR). Dies hat wesentlich zum Anstieg der
Verwaltungsaufwendungen auf 14,35 Mio. EUR (VJ: 9,37 Mio. EUR) beigetragen.
 
Zusammen mit dem Anstieg des Personalaufwands legte die Cost-Income-Ratio
auf 89,6 % (VJ: 59,5 %) spürbar zu. Sowohl der Rückgang der Einnahmen als
auch der Anstieg der Ausgaben haben letztendlich das Vorsteuerergebnis auf
3,11 Mio. EUR (VJ: 14,01 Mio. EUR) und das Periodenergebnis auf 1,49 Mio. EUR
(VJ: 3,11 Mio. EUR) zurückgehen lassen.
 
Kurz vor der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2023 hat die UmweltBank
AG am 03.08.23 bereits die Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr
2023 abgesenkt. Bislang hatte das Kreditinstitut mit einem
Vorsteuerergebnis in Höhe von ca. 20 Mio. EUR gerechnet, allerdings nur unter
Zuhilfenahme von Veräußerungserlösen von Beteiligungsprojekten. Da aber vom
aktuellen Standpunkt aus, der für das zweite Halbjahr geplante
Projektverkauf nach hinten verschoben wird, wird nunmehr nur noch mit einem
Ergebnis vor Steuern in Höhe von ca. 1 Mio. EUR gerechnet.
 
Der Wegfall der Veräußerungserlöse ist nach Unternehmensangaben im
Wesentlichen für die Guidance-Anpassung verantwortlich. Jedoch dürfte auch
die weitere EZB-Leitzinserhöhung auf 4,25 % (zum 27.07.2023) insbesondere
den Zinsaufwand und damit das Zinsergebnis weiter belasten. Die
Einlagenseite weist eine im Vergleich zur Kreditseite deutlich kürzere
Duration auf und reagiert damit flexibler auf Zinsanpassungen. Daher
rechnet das UmweltBank-Management für 2023 weiterhin mit einer rückläufigen
Zinsmarge und erwartet eine Trendumkehr erst ab dem Geschäftsjahr 2025.
 
In unseren Prognosen orientieren wir uns an der neue Guidance und rechnen
für das laufende Geschäftsjahr mit deutlich rückläufigen laufenden Erträgen
(Erträge abseits des Zins- und Provisionsbereiches) auf 3,28 Mio. EUR
(bisherige Schätzung: 20,50 Mio. EUR). Darüber hinaus haben wir die erneute
EZB-Zinserhöhung zum Anlass genommen, um die Prognose des Zinsergebnisses
auf 47,17 Mio. EUR (bisherige Schätzung: 49,81 Mio. EUR) zu reduzieren. Dieser
Logik folgend haben wir auch die Zinsergebnis-Schätzungen für die kommenden
beiden Geschäftsjahre etwas nach unten angepasst.
 
Unterm Strich rechnen wir für 2023 mit einem EBT in Höhe von 0,97 Mio. EUR
(bisherige Schätzung: 20,84 Mio. EUR). Wir hatten den signifikanten
Kostenanstieg bereits im Rahmen unserer bisherigen Researchstudie (siehe
Studie vom 17.07.2023) in den Prognosen berücksichtigt. Wie auch in den
ersten sechs Monaten wird das Kostenbild der UmweltBank AG einerseits von
steigenden Personalaufwendungen sowie andererseits von Aufwendungen im
Zusammenhang mit dem aktuell stattfindenden Transformations-Prozess geprägt
sein. Da der überwiegende Teil der Aufwendungen für die Migration auf das
neue Kernbanksystem im laufenden Geschäftsjahr anfallen wird, sollte im
kommenden Geschäftsjahr ein Rückgang der operativen Kosten stattfinden. Die
für 2023 veranschlagten Kosten für die Systemmigration liegen bei rund 10
Mio. EUR. In 2024 sollten diese nur noch rund 4 Mio. EUR betragen. Neben der
erwarteten Steigerung des Zinsergebnisses sollte die Reduktion der
Aufwendungen ab dem kommenden Geschäftsjahr zu einem spürbaren
Ergebnisanstieg führen.
 
Die Summe der diskontierten Residualeinkommen ergibt einen Wert in Höhe von
488,93 Mio. EUR (bisher: 510,49 Mio. EUR). Angesichts einer ausstehenden Anzahl
von Aktien von 35,44 Mio. Stück ergibt sich ein fairer Unternehmenswert je
Aktie von 13,80 EUR (bisher: 14,40 EUR). Die Reduktion des fairen Wertes ist
vornehmlich auf den Wegfall der Erträge aus der geplanten
Beteiligungsveräußerung und damit auf die deutliche Ergebnisreduktion für
das laufende Geschäftsjahr 2023 zurückzuführen. Auf der anderen Seite haben
wir das Zinsergebnis für 2024 und 2025 leicht reduziert. Wir vergeben
weiterhin das Rating KAUFEN.
 
 
 

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/27535.pdf

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (1,4,5a,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung
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Datum (Zeitpunkt) Fertigstellung: 14.08.2023 (15:25 Uhr)
Datum (Zeitpunkt) erste Weitergabe: 16.08.2023 (10:00 Uhr)

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Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
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