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ROUNDUP: Adidas verzeichnet robustes Wachstum außer in Nordamerika

30.04.2024
um 14:07 Uhr

HERZOGENAURACH (dpa-AFX) - Der Sportartikelkonzern Adidas ist nach einem Umsatzr√ľckgang 2023 zum Jahresauftakt wieder auf den Wachstumspfad zur√ľckgekehrt. Dabei profitiert der Konkurrent von Nike und Puma von einer robusten Nachfrage nach Schuhen - insbesondere die zum Lifestyle-Gesch√§ft geh√∂renden Retro-Modelle rund um Samba, Gazelle & Co. kommen vor allem in Europa gut an. Adidas konnte in fast allen Regionen zulegen - mit Ausnahme von Nordamerika, wo der Gro√ühandel immer noch mit hohen Lagerbest√§nden k√§mpft.

"Ich freue mich sehr, dass sich das Gesch√§ft besser entwickelt hat als erwartet. Umsatz, Bruttomarge und Betriebsergebnis waren besser als urspr√ľnglich gedacht", kommentierte Konzernchef Bj√∂rn Gulden am Dienstag die Zahlen zum ersten Quartal. So hat der Sportartikelhersteller seine Lagerbest√§nde mit Ausnahme von Nordamerika weitgehend bereinigt und musste weniger Rabatte geben. Ein Umstand, der dem Unternehmen im vergangenen Jahr unter anderem die Ergebnisse vermiest hatte. "Das Wachstum kommt momentan nat√ľrlich aus unserem Lifestyle-Gesch√§ft, vor allem aus den Originals Schuhen, aber wir sehen auch, dass unsere Running-, Fu√üball- und Basketballprodukte im h√∂heren Preissegment gut laufen", erl√§uterte Gulden. Adidas habe f√ľr die n√§chsten Quartale eine "sehr starke Produktpipeline".

Adidas hatte bereits Mitte April vorl√§ufige Zahlen vorgelegt und aufgrund der guten Gesch√§fte die Prognose f√ľr das laufende Jahr erh√∂ht. Der Konzernumsatz stieg um fast vier Prozent auf knapp 5,5 Milliarden Euro, dabei belasteten negative W√§hrungseffekte. W√§hrungsbereinigt betrug das Wachstum acht Prozent. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 170 Millionen Euro, nach einem Verlust von 39 Millionen Euro.

Die Adidas-Aktie lag am Mittag mit mehr als einem Prozent im Minus. Allerdings hatte das Papier nach Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen deutlich zugelegt. Im laufenden Jahr steht ein Kursplus von rund einem Viertel zu Buche.

Die Verbesserungen im ersten Quartal stammten ma√ügeblich aus dem Stammgesch√§ft der Marke Adidas, erl√§uterte Gulden. Der Abverkauf von weiteren Yeezy-Produkten lief zwar besser als erwartet, jedoch steuerten diese nur einen geringeren Teil bei - einen Erl√∂s von rund 150 Millionen sowie ein Betriebsergebnis von rund 50 Millionen Euro. Zum Anstieg der Bruttomarge um 6,4 Prozentpunkte auf 51,2 Prozent steuerte der Yeezy-Verkauf 0,7 Prozentpunkte bei. In seiner Jahresprognose geht das Management davon aus, dass der Verkauf der verbleibenden Best√§nde im Jahresverlauf im Durchschnitt nur noch kostendeckend erfolgen wird. Dies w√ľrde zu einem weiteren Umsatz von rund 200 Millionen Euro ohne zus√§tzlichen Gewinnbeitrag f√ľhren.

Nach rassistischen und sexistischen √Ąu√üerungen des Rappers Kanye West hatte Adidas die Zusammenarbeit Ende 2022 aufgek√ľndigt und 2023 mit dem Verkauf der zuvor h√∂chst erfolgreichen Produkte begonnen.

Im nordamerikanischen Markt gingen die Erl√∂se im ersten Quartal w√§hrungsbereinigt um vier Prozent zur√ľck, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Gro√ühandel verzeichnete in der Region dabei zweistellige R√ľckg√§nge. Der Gro√ühandel in Nordamerika hatte zuletzt unter fortgesetzt hohen Lagerbest√§nden gelitten. Konzernchef Gulden geht davon aus, dass die hohen Vorr√§te die Gesch√§fte dort noch im gesamten ersten Halbjahr belasten werden. Ab dem zweiten Halbjahr k√∂nnte Adidas in der Region wieder zu Wachstum zur√ľckkehren, zeigte er sich in einer Telefonkonferenz zuversichtlich.

Dagegen stiegen die Umsätze in China währungsbereinigt um acht Prozent. Einer der größten Wachstumstreiber war Lateinamerika mit einem Plus von 18 Prozent. Aber auch Europa konnte zweistellig zulegen, und zwar um 14 Prozent. Insgesamt normalisierte sich der Lagerbestand weiter, die Vorräte verringerten sich um 22 Prozent oder mehr als 1,2 Milliarden Euro auf 4,4 Milliarden Euro.

F√ľr 2024 erwartet Adidas ein w√§hrungsbereinigtes Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Beim Betriebsergebnis rechnen die Franken jetzt mit 700 Millionen Euro. Urspr√ľnglich hatte Adidas ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein operatives Ergebnis von 500 Millionen in Aussicht gestellt. "Die M√§rkte sind noch immer volatil und schwierig, aber wir haben das Gef√ľhl, dass wir √ľberall Fortschritte machen", zeigte sich Gulden zuversichtlich.

In diesem Jahr stehen mit der Fu√üballeuropameisterschaft der M√§nner in Deutschland und den Olympischen Spielen in Paris zwei Gro√üereignisse auf dem Programm. Dabei zeigte sich Gulden "sehr zufrieden" mit dem Verkauf der Trikots der deutschen Nationalmannschaft. Die umstrittenen pinken Ausw√§rtstrikots w√ľrden sich ebenso gut verkaufen wie die klassischen wei√üen Heim-Jerseys. Dass sich der Deutsche Fu√üball Bund (DFB) ab 2027 von seinem langj√§hrigen Partner Adidas abwendet und zum US-Konkurrenten Nike wechselt, wollte Gulden nicht gro√üartig kommentieren. Adidas habe ein Angebot gemacht. Nike habe deutlich mehr geboten - in der Presse war von 100 Millionen Euro und damit das doppelte des Adidas-Betrags die Rede. Solche Summen ist Adidas Gulden zufolge nicht bereit zu zahlen./nas/mne/jha/

ADIDAS AG NA O.N.

WKN A1EWWW ISIN DE000A1EWWW0