BAGSVAERD (dpa-AFX) - Gute Geschäfte mit seinen Gewichtssenkern und Diabetes-Mitteln Ozempic und Wegovy haben dem Pharmakonzern Novo Nordisk
An der Börse ging es am Mittwoch für die Aktie um mehr als 4 Prozent nach oben, womit Novo Nordisk zu den Favoriten im Stoxx 50 gehörte. Analyst James Quigley von Goldman Sachs attestierte dem Pharmakonzern solide Ergebnisse und auch solide Ziele für 2025. Barclays Analystin Emily Field kommentierte, die Prognosen seien gut genug, um wieder in die Spur zu kommen.
Denn die letzten Monate waren für die zuvor erfolgsverwöhnten Anleger kein Zuckerschlecken: Seit dem Rekordhoch im vergangenen Juni hat die Aktie rund 40 Prozent verloren. Investoren sorgten sich zunehmend, dass Novo Nordisk, das zu einer wirtschaftlichen Größe mit nationaler Bedeutung für sein Heimatland aufgestiegen ist, im Wettbewerb mit dem US-Rivalen Lilly ins Hintertreffen geraten könnte. Denn die Amerikaner haben mit dem Gewichtssenker Zepbound ein als effektiver geltendes Mittel am Markt. Im Dezember sorgten zudem enttäuschende Studienergebnisse zum potenziellen Nachfolgeprodukt Cagrisema für einen Kurseinbruch bei Novo Nordisk.
Immer wieder steht Novo Nordisk auch wegen der hohen Nachfrage nach seinen Gewichtssenkern unter Druck, die für Kapazitätsengpässe sorgen. Die Dänen haben bereits ihre Produktion kräftig vergrößert, doch reicht dies bislang nicht. "Im Jahr 2025 werden wir uns weiterhin auf die kommerzielle Umsetzung, auf unsere frühe und fortgeschrittene Forschungspipeline und den Ausbau unserer Produktionskapazitäten konzentrieren", betonte Unternehmenslenker Jørgensen laut Konzernmitteilung vom Mittwoch im dänischen Bagsvaerd. Für den Ausbau will der Konzern eigenen Angaben zufolge weitere 9 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, gleichwohl sei auch in diesem Jahr mit "periodisch auftretenden" Lieferengpässen zu rechnen.
Für 2025 lehnt sich das Führungsteam um Jørgensen wohl auch deshalb nicht allzu weit aus dem Fenster. Novo Nordisk rechnet für das neue Jahr beim Umsatz mit einem währungsbereinigten Zuwachs von 16 bis 24 Prozent. Das wären selbst in der Spitze weniger als 2024, denn im vergangenen Jahr war der Umsatz im Vorjahresvergleich noch um nominal 25 und währungsbereinigt 26 Prozent auf gut 290 Milliarden dänische Kronen (38,9 Mrd Euro) geklettert. Damit übertraf der Konzern - auch dank eines überraschend starken Schlussquartals - die Erwartungen von Analysten.
Die Verkäufe mit dem viel beachteten Gewichtssenker Wegovy, den Novo Nordisk inzwischen auf 15 Märkten weltweit vertreibt, entwickelten sich derweil wie erhofft. Das Mittel spülte im vergangenen Jahr 58 Milliarden Kronen in die Konzernkassen, während das Diabetes-Mittel Ozempic mit 120 Milliarden Kronen auf das Doppelte kam. Damit stehen die beiden größten Kassenschlager inzwischen für gut 60 Prozent des Gesamtumsatzes.
Auch ergebnisseitig übertraf Novo Nordisk im Berichtszeitraum die Erwartungen am Markt: Der Gewinn unter dem Strich stieg in den zwölf Monaten im Vergleich um 21 Prozent auf 101 Milliarden Kronen. Dabei verdiente Novo Nordisk im Tagesgeschäft mit rund 128 Milliarden Kronen ein Viertel mehr als im Vorjahr, währungsbereinigt waren es 26 Prozent mehr. Im neuen Jahr 2025 soll der operative Gewinn laut dem Management zu konstanten Wechselkursen um 19 bis 27 Prozent zulegen.
Dem wachsenden Wettbewerb durch Lilly will Novo Nordisk künftig mit neuen Produkten begegnen. Große Hoffnungen ruhen dabei auf Cagrisema, das aus einer Kombination aus Cagrilintid und dem bereits zugelassenen Abnehm-Wirkstoff Semaglutid besteht. Im Dezember hatte jedoch eine durchwachsen ausgefallene Studie mit dem Mittel für einen Kurseinbruch an der Börse gesorgt: In den Tests war die Gewichtsreduktion zwar hoch ausgefallen, hatte aber die von Novo Nordisk ursprünglich versprochenen 25 Prozent nicht erreicht.
In diesem Jahr ist nun eine weitere Studie mit dem Mittel geplant. Novo Nordisk kündigte bereits an, einen Zulassungsantrag im ersten Quartal 2026 zu stellen. Einen weiteren Hoffnungsträger haben die Dänen derzeit mit Amycretin in der Forschungspipeline, erste Studiendaten gelten bisher zumindest als vielversprechend./tav/mne/mis