AUGSBURG (dpa-AFX) - Der Panzergetriebe-Hersteller Renk
Im frühen Handel drehte das Papier nach höherem Start nur kurz ins Minus und legte zuletzt um rund 0,9 Prozent auf 44,30 Euro zu. In diesem Jahr hat Renk seinen Börsenwert allerdings bereits weit mehr als verdoppelt. Mitte März erreichte die Aktie auf ihrer jüngsten Rekordjagd eine Bestmarke bei 49,90 Euro. Im Februar 2024 ging Renk noch zu einem Ausgabepreis von 15 Euro an die Börse. Bereits im darauffolgenden Mai wurde der Panzergetriebe-Hersteller in den Kleinwerte-Index SDax
Im laufenden Jahr soll der Umsatz auf mehr als 1,3 Milliarden Euro steigen, wie Renk zur Wochenmitte mitteilte. Damit würde der Konzern sein eigenes Ziel erreichen, jährlich um etwa 15 Prozent zu wachsen. Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse, wie bereits bekannt, um fast ein Viertel auf 1,1 Milliarden Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) soll 2025 nach 189 Millionen Euro im Vorjahr nun zwischen 210 und 235 Millionen Euro liegen.
Allerdings berücksichtige dieser Ausblick noch nicht das Potenzial durch höhere Verteidigungsausgaben in der Europäischen Union. Renk lässt in der Folge seine Mittelfristziele unverändert. 2028 soll der Umsatz weiterhin bei rund zwei Milliarden Euro liegen, das bereinigte operative Ergebnis erwartet der Panzergetriebe-Hersteller 2027 noch immer bei 300 Millionen Euro. Die EU will bis 2030 voraussichtlich rund 800 Milliarden Euro für Rüstung bereitstellen.
Außerdem erwartet Renk deutlich steigende Rüstungsinvestitionen der europäischen Nato-Staaten. Im vergangenen Jahr hätten diese 440 Milliarden Euro in die Verteidigung gesteckt, 2030 könnten die Investitionen auf mehr als 900 Milliarden Euro steigen. Dabei geht der Panzergetriebe-Hersteller von der Annahme aus, dass Europas Nato-Staaten künftig drei bis vier Prozent ihrer jährlichen Wirtschaftsleistung in die Aufrüstung fließen lassen. Renk müsse aber zunächst Budget-Entscheidungen abwarten.
Vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr bestätigte Renk - und kann sich vor allem über einen rekordhohen Auftragseingang freuen. Ende Dezember saß der MDax-Konzern auf einem Auftragspolster von fünf Milliarden Euro. 2024 verdiente Renk unter dem Strich 54,8 Millionen Euro nach 32,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr eine um 40 Prozent höhere Dividende von 0,42 Euro je Aktie erhalten.
Renk stellt Getriebe für Panzer, Fahrzeuge und Schiffe her, aber auch für Industrieanlagen. Außerdem gehören unter anderem Kupplungen, Gleitlager und Prüfsysteme zum Angebot. Seit Februar wird der Konzern vom bisherigen Vorstandsmitglied Alexander Sagel geführt, nachdem Susanne Wiegand ihr Mandat auf eigenen Wunsch niedergelegt hatte./niw/mne/men