Ölpreise geben etwas nach - US-Zollpolitik im Fokus
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Mittwoch vor der Ankündigung von US-Zöllen etwas gesunken. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 74,01 US-Dollar. Das waren 48 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 44 Cent auf 70,76 Dollar.
Am Ölmarkt hielten sich die Anleger vor einer Ankündigung von Zöllen durch Präsident Donald Trump zurück, die am Abend nach Börsenschluss in den USA erwartet wird. Der Republikaner sprach von einem "Tag der Befreiung" und von wechselseitigen Zöllen. Zuletzt war aber unklar, ob die US-Regierung einfach pauschale Zölle auf den Weg bringen könnte. Derzeit ist offen, wie hoch die Strafmaßnahmen ausfallen und wen sie genau wie treffen werden.
Die Teilnehmer am Ölmarkt würden ihre Engagements zurückfahren, sagte Chris Weston, Analyst beim australischen Handelshaus Pepperstone. Demnach würden sie den "Tag der Befreiung" und mögliche Kursschwankungen abwarten. Es sei unklar, wie die Marktreaktionen auf die Zollankündigung letztlich ausfallen werden.
Am Markt wurde aber auch auf einen kräftigen Anstieg der Ölreserven in den USA verwiesen. Der Interessenverband American Petroleum Institute (API) hat in der vergangenen Woche einen Zuwachs der Lagerbestände an Rohöl um sechs Millionen Barrel verzeichnet. Steigende Reserven in der größten Volkswirtschaft der Welt belasten in der Regel die Ölpreise. Am Nachmittag werden die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung erwartet./jkr/jsl/mis