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Ölpreise leiden unter Zollhammer der USA

03.04.2025
um 08:33 Uhr

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag mit einem deutlichen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und damit verbundene Konjunktursorgen reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai kostete 73,11 US-Dollar. Das waren 1,84 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 1,87 Dollar auf 69,84 Dollar.

Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach einem gewaltigen Zollpaket der US-Regierung an Schwung verlieren könnte - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage. Die Ankündigung vom Vorabend ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten. Ein Handelskrieg mit der EU scheint nun unausweichlich.

Nach der Ankündigung der US-Zölle ist der Preis für Brent-Öl aus der Nordsee zeitweise bis auf 72,52 Dollar gefallen. Zuletzt hatten noch unter anderem Drohungen der USA gegen die russische Ölexporte für Auftrieb bei den Notierungen gesorgt. Mit den angedrohten Sanktionen soll Druck auf die russische Führung ausgeübt werden, um Fortschritte hin zu einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg zu erzielen. Der dadurch ausgelöste Ölpreisauftrieb ist zumindest vorerst Geschichte.

Am Ölmarkt wurden vor allem die harten US-Zölle gegen China als Belastung gesehen. Die gegen China gerichteten Zölle seien "brutal", kommentierte Robert Rennie, Rohstoffexperte bei der australischen Bank Westpac. "Es ist schwer, die ersten Schätzungen von durchschnittlichen gewichteten Zöllen von 29 Prozent nicht als stark wachstumsschädlich und damit als schlecht für die Erwartungen an die Rohölnachfrage in den kommenden Monaten zu betrachten."/jkr/mis