(Neu: Vorbörsliche US-Kurse, Evercore-Stimme)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die von den USA angekündigten Importabgaben sorgen am Donnerstag für einen Kurssturz bei Sportartikelaktien. Weil die Unternehmen für den großen US-Markt viele Waren außerhalb der Vereinigten Staaten produzieren lassen, brachen die Aktien von Adidas
Beim US-Konkurrenten Nike
Laut der UBS liegt der Zollfokus des Marktes im Sportartikelbereich vor allem auf Vietnam, weil von US-Präsident Donald Trump für das fernöstliche Land eine Import-Abgabe von 46 Prozent angekündigt wurde. Laut Analyst Robert Krankowski von der Schweizer Großbank ist dieser Zollsatz weitaus schlimmer als die Erwartungen der Investoren. Angesichts der wachsenden Bedeutung Vietnams in der Schuhproduktion erwartet er erheblichen Gegenwind für die Profitabilität in der Schuhbranche.
Analyst Michael Binetti von Evercore ISI betonte, die in den USA aktiven Bekleidungs- und Schuhhersteller könnten sich hinter den Plänen von Trump nicht verstecken. Er sprach gar von "beispielloser Unsicherheit". Neben den Kostensteigerungen befürchtet er, dass Verbraucher ihre Prioritäten umplanen, was es den Unternehmen unmöglich mache, überzeugende Umsatzmodelle zu erarbeiten. Aus Erfahrung heraus könne sich unter Trump zwar vieles schnell ändern, doch nach aktuellem Stand erinnere die Unsicherheit an die Frühphase der Corona-Pandemie.
Bei Adidas erwähnte der UBS-Experte Krankowski jedoch, dass ein Rückschlag eine attraktive Kaufgelegenheit schaffe für ein Unternehmen mit einer längerfristig guten, fundamentalen Ausgangslage. Adidas bleibe besser aufgestellt als seine Konkurrenten./tih/edh/mis