Ölpreise auf Talfahrt - US-Zollhammer und Opec+ belasten
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag mit einem kräftigen Rückgang auf das gewaltige Zollpaket der US-Regierung und eine höhere Fördermenge des Ölverbunds Opec+ reagiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 69,89 US-Dollar. Das waren 5,05 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel um 5,24 Dollar auf 66,47 Dollar.
Am Ölmarkt sorgen sich Anleger um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft, die nach einem gewaltigen Zollpaket der US-Regierung an Schwung verlieren könnte - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage. Die Ankündigung vom Vorabend ist der bislang aggressivste und folgenreichste Schritt im Zuge der ohnehin rabiaten Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump. Ein Handelskrieg mit der EU und anderen Staaten scheint nun unausweichlich.
Zudem sorgte eine Mitteilung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) für weiteren Druck auf die Ölpreise. Die im Ölverbund Opec+ zusammengeschlossenen Förderstaaten haben mit der angekündigten schrittweisen Ausweitung der Fördermenge begonnen. Demnach will die Gruppe, in der auch die führenden Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland vertreten sind, die Produktion bis zum Ende des kommenden Monats um durchschnittlich 411.000 Barrel pro Tag erhöhen. Dies sei der erste Schritt zur Umsetzung eines Beschlusses von Anfang März.
Die acht in der Opec+ organisierten Förderländer wollen eine seit 2023 geltende Beschränkung der Fördermenge auslaufen lassen. Damals hatten die Länder des Ölverbunds ihre Produktion im Umfang von täglich 2,2 Millionen Barrel gekürzt, um die Ölpreise zu stützen. Vereinbart wurde, die Fördermenge ab April wieder schrittweise anzuheben./jkr/jsl/he