FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutschen Bundesanleihen haben am Freitag an ihre deutlichen Kursgewinne vom Vortag angeknüpft. So stieg der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future
Das Zollpaket von US-Präsident Donald Trump sorgt weiterhin für erhebliche Verunsicherung an den Finanzmärkten. So gerieten die Aktienmärkte in Europa erneut unter Druck. Die Anleger preisen derzeit vor allem eine deutliche Wachstumsabschwächung in den USA ein. In den USA werden im weiteren Jahresverlauf mittlerweile 4 Leitzinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte erwartet.
Hinzu kam am Freitag eine scharfe Reaktion Chinas auf die US-Zölle. Das Finanzministerium kündigte Gegenzölle auf Importe aus den Vereinigten Staaten in Höhe von 34 Prozent an, die am 10. April in Kraft treten sollen. Zudem hat Peking elf amerikanische Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, welche es den betroffenen Firmen de facto unmöglich macht, weiter Handel in China oder mit chinesischen Unternehmen zu betreiben.
Aber auch die Konjunktur in der EU dürfte durch die Zölle belastet werden. Laut einer ersten Analyse der EU könnten künftig Zölle von insgesamt mehr als 81 Milliarden Euro auf EU-Waren fällig werden. Bisher waren es lediglich sieben Milliarden. Seit Langem wiederholen EU-Politiker, dass es eine entschiedene und zugleich angemessene Antwort geben wird.
In der unter Druck stehendem deutschen Industrie bleibt die Lage trübe. Im Februar hat der Auftragseingang lediglich stagniert. Volkswirte hatten hingegen einen Anstieg um 3,4 Prozent erwartet. "Es ist enttäuschend, dass sich die deutschen Orders ohne die schwankungsanfälligen Großaufträge nicht vom Einbruch im Vormonat erholt haben", kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Sie bewegten sich weiter auf niedrigem Niveau seitwärts. "Trumps Zölle sind ein weiteres Argument gegen eine nennenswerte Erholung", schreibt Krämer.
Der im März robust ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht spielte am Markt kaum eine Rolle. "Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein US-Arbeitsmarkt jemals so zur Nebensache geriet wie heute", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. Die Märkte stehen ganz in Bann des Zollstreits./jsl/he