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Arbeiten an Autobahnbrücke - Züge umfahren das Ruhrgebiet

07.01.2026
um 06:27 Uhr

DUISBURG (dpa-AFX) - Wegen Bauarbeiten an einer Autobahnbrücke in Duisburg sperrt die Bahn erneut vier Wochen lang die zentrale Strecke zwischen dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Von Freitagabend (21.00 Uhr) an müssen Pendler auf Ersatzbusse umsteigen, Fernzüge werden weiträumig um das Ruhrgebiet herumgeleitet. Die Auswirkungen spüren Reisende nach Angaben der Bahn weit über die Region hinaus: Die Sperrung trifft eine der wichtigsten Bahnstrecken in Nordrhein-Westfalen.

Bis zum 6. Februar sind alle Gleise von Duisburg in Richtung Essen und Oberhausen dicht. Denn die acht Bahngleise führen genau unter einer in die Jahre gekommenen Brücke im Autobahnkreuz Kaiserberg hindurch. Die Autobahn wird im Moment aufwendig saniert. Es ist bereits das vierte Mal, dass die Zugverbindung für mehrere Wochen gesperrt wird. Eine fünfte Sperrung ist für die Herbstferien angekündigt.

Keine Züge zwischen Düsseldorf und Essen

Im Fernverkehr fahren während der vier Wochen keine Züge zwischen Düsseldorf und Essen. Reisende müssen Umleitungen in Kauf nehmen und je nach Ziel auch häufiger umsteigen. In Duisburg und Oberhausen halten während der Bauarbeiten überhaupt keine Fernzüge. In Düsseldorf, Köln, Essen und Bochum gibt es spürbar weniger ICE-Stopps. So gibt es etwa von Düsseldorf und Köln nach Berlin häufig nur noch eine Verbindung alle zwei Stunden.

Im Regionalverkehr sind Züge auf rund einem Dutzend Linien betroffen. Sie werden laut Bahn umgeleitet oder fallen aus. Zwischen Duisburg und Essen sowie zwischen Duisburg und Oberhausen fahren Ersatzbusse, die aber deutlich länger unterwegs sind als die Züge. Auch der Regionalverkehr zwischen Düsseldorf und Duisburg wird spürbar ausgedünnt.

Reisenden rät die Bahn, in der Online-Auskunft zu schauen, wie sie während der Sperrung ans Ziel kommen. Dort seien alle Änderungen eingepflegt.

Kaum Auswirkungen für Autofahrer

Während der Bahnverkehr für die Arbeiten an der Autobahn stillsteht, bekommen Autofahrer davon übrigens kaum etwas mit. Nur am Wochenende 17./18. Januar werde die A3 in Richtung Norden gesperrt, sagte eine Sprecherin der Autobahn Gesellschaft.

Der Autobahnknoten, an dem sich die A3 und die A40 treffen, wurde in den 1960er Jahren gebaut und ist entsprechend in die Jahre gekommen. Brücken, Rampen und die Fahrbahn müssen erneuert werden. Die Sanierung ist besonders kompliziert, weil im Bereich des Autobahnkreuzes auch acht Bahngleise, ein für die Schifffahrt wichtiger Nebenkanal der Ruhr und mehrere kleinere Straßen verlaufen.

Bahn baut auch an eigener Infrastruktur

Die Bahn will die Sperrung der Strecke unter der Autobahn auch nutzen, um ihre Infrastruktur zu sanieren. In Mülheim an der Ruhr werden Oberleitungen erneuert und der Austausch einer Eisenbahnbrücke vorbereitet. In Duisburg und Düsseldorf werden Schallschutzwände errichtet. Außerdem werde die Modernisierung des Duisburger Hauptbahnhofs vorangetrieben, hieß es./mhe/DP/zb