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ROUNDUP: Airbus liefert trotz Rumpfteil-Ärger mehr Jets aus

12.01.2026
um 18:01 Uhr

TOULOUSE (dpa-AFX) - Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus hat trotz aufwendiger Nacharbeiten wegen mangelhafter Rumpfteile im vergangenen Jahr fast 800 Passagierjets ausgeliefert. Insgesamt fanden 793 neue Maschinen den Weg zu ihren Käufern und damit vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie der europäische Dax-Konzern am Montagabend in Toulouse mitteilte. Ursprünglich hatte sich Vorstandschef Guillaume Faury rund 820 Jets vorgenommen, musste sein Ziel wegen der nötigen Überprüfung von Rumpfverkleidungen an hunderten Maschinen jedoch Anfang Dezember auf rund 790 Flugzeuge kappen. Der Auftragsbestand kletterte unterdessen auf einen Rekordwert.

Schon 2024 hatte Faury sein ursprüngliches Auslieferungsziel zusammengestrichen. Damals waren Zulieferer mit der Lieferung wichtiger Teile wie Triebwerken nicht hinterhergekommen. Daher hatte Airbus statt der ursprünglich angepeilten 800 Maschinen nur 766 Jets an seine Kunden übergeben. Auch im Jahr 2022 hatte der Hersteller sein ursprüngliches Auslieferungsziel verfehlt.

Der Löwenanteil der Flugzeuge entfiel 2025 mit 607 Maschinen wie üblich auf die Mittelstreckenjets aus der Modellfamilie A320neo samt der Langstreckenversion A321XLR. Hinzu kamen 57 Großraumjets von Typ A350 und 36 der etwas kleineren A330neo sowie 93 Exemplare des kleinsten Airbus-Modells A220. Die Finanzzahlen wie Umsatz und Gewinn will der Konzern erst am 19. Februar veröffentlichen.

An Aufträgen herrscht bei Airbus auch weiterhin kein Mangel - im Gegenteil. Im vergangenen Jahr holte der Konzern Bestellungen über 1.000 Passagier- und Frachtjets herein. Nach Abzug von Stornierungen waren es 889 Stück. Der Auftragsbestand lag Ende 2025 bei 8.754 Maschinen und damit so hoch wie noch nie zum Ende eines Jahres.

Gemessen an den jüngsten Auslieferungszahlen reichen die Bestellungen rechnerisch für die nächsten elf Jahre. Allerdings will Faury die Produktion in den kommenden Jahren deutlich ausweiten.

Airbus' Erzrivale Boeing aus den USA steckt hingegen seit Jahren in einer schweren Krise. Nach zwei Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 mit hunderten Toten machte der Hersteller immer wieder mit Produktions- und Qualitätsmängeln Schlagzeilen. Anfang 2024 entgingen Passagiere und Besatzung nur mit Glück einer Katastrophe, als eine Boeing 737 Max im Flug ein türgroßes Rumpfteil verlor.

Seitdem steht der US-Konzern unter verschärfter Aufsicht der Behörden und darf die Produktion seines wichtigsten Modells nur nach staatlicher Genehmigung ausbauen. Im Jahr 2025 zogen Boeings Auslieferungszahlen wieder ein Stück an. In den Monaten Januar bis November lieferte der Hersteller 537 Passagier- und Frachtjets aus. Brutto holt er Aufträge über 1.000 Maschinen herein - und kam netto auf 908 neue Bestellungen. Die Jahreszahlen will Boeing an diesem Dienstag (13. Januar) veröffentlichen./stw/men

Airbus SE

WKN 938914 ISIN NL0000235190