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ANALYSE/DZ Bank: Goldpreis kann Ende des Jahres auf 5.000 US-Dollar steigen

15.01.2026
um 11:59 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die jüngste Rekordjagd des Goldpreises ist nach Einschätzung der DZ Bank nur der Auftakt für weitere Kursgewinne. "Längerfristig dürfte sich die Aufwärtsbewegung vor dem Hintergrund der intakten Treiber fortsetzen", heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des genossenschaftlichen Zentralinstituts. Die wichtigsten Preistreiber beim Gold seien weiter intakt und dürften den Goldpreis bis zum Ende des Jahres erstmals über die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze (etwa 31,1 Gramm) steigen lassen.

Zuletzt hatte die Rekordjagd den Goldpreis zur Wochenmitte auf einen Höchstwert von rund 4.643 Dollar steigen lassen. Seit Beginn des Jahres hat das Edelmetall bereits sieben Prozent an Wert gewonnen.

Während die DZ Bank die längerfristige Prognose bis zum Ende des Jahres um 200 Dollar auf jetzt 5.000 Dollar erhöhte, wurde die kurzfristige Prognose für die kommenden drei Monate ebenfalls um 200 Dollar auf jetzt 4.600 Dollar angehoben.

Einen wichtigen Treiber der Nachfrage sieht die DZ Bank derzeit bei der Aussicht auf weiter fallende Leitzinsen in den USA und bei dem angeschlagenen Vertrauen in den US-Dollar nach den Angriffen des US-Präsidenten Donald Trump auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed.

"Das Vertrauen in die Fed ist derzeit stark angeschlagen, was für die Goldnachfrage sogar noch wichtiger ist als die US-Geldpolitik", sagte Analyst Thomas Kulp, Rohstoffexperte bei der DZ Bank.

Darüber hinaus dürften auch geopolitische Spannungen die Nachfrage nach Gold stützen, heißt es weiter in der Studie. Zuletzt hatte die angespannte Lage im Iran mit der Sorge vor einer Ausweitung der Spannungen auf die gesamte Region am Persischen Golf den Goldpreis angetrieben. Darüber hinaus sieht die DZ Bank auch Goldkäufe durch Notenbanken weiterhin als einen wichtigen Preistreiber bei dem Edelmetall.

Seit Jahren erhöhen viele Zentralbanken ihre Goldbestände massiv. Dahinter steht der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit vom Dollar. Vor allem Chinas Notenbank hat die Goldreserven aufgestockt. "Und das dürfte es nicht gewesen sein", sagte Analyst Kulp.

Denn: obwohl Gold immer teurer wird, gaben viele Zentralbanken in der jüngsten Umfrage des Branchenverbands World Gold Councils an, den Goldanteil in ihren Währungsreserven weiter erhöhen zu wollen. "Somit bleiben Zentralbanken eine strukturelle Stütze für den Goldpreis", sagte der Experte der DZ Bank./jkr/la/mis