Hohe Strafen nach Riesenbetrug mit Immobilien in Frankreich
MARSEILLE (dpa-AFX) - Im Prozess um den bislang wohl größten Immobilienskandal in Frankreich mit einem Schaden von 1,2 Milliarden Euro hat das Strafgericht in Marseille die Drahtzieher zu hohen Haft- und Geldstrafen verurteilt. Das Gründerehepaar des Immobilienunternehmens Apollonia, über das der riesige Betrug eingefädelt wurde, erhielt sieben Jahre Haft und eine Strafe von jeweils 2,5 Millionen Euro. Außerdem wurden Immobilien, Konten und Schmuck des Paars im Wert von 20 Millionen Euro beschlagnahmt.
Das Paar und zwölf Mitangeklagte sollen Immobilien als quasi sich selbst finanzierend angepriesen haben, Banken die Kreditaufnahme bei weiteren Instituten verschwiegen und etliche Kunden durch Wertüberschätzung in Schulden getrieben haben. Mehr als 750 Menschen traten in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Die ersten Klagen in dem Skandal wurden vor rund 18 Jahren von Medizinern und Zahnärzten eingereicht, die durch das betrügerische Investitionsmodell in Schulden und den Ruin getrieben wurden.
Opfer stehen vor Schuldenbergen
Durch Telefonmarketing und Mundpropaganda war das Modell in Krankenhäusern und Arztpraxen angepriesen und den Ärzten in Aussicht gestellt worden, man kümmere sich um alles. Nachdem die Investoren zunächst tatsächlich von einer Konstruktion mit Steuerbefreiungen profitiert hatten, standen sie später vor Schulden, die sich vielfach auf Summen zwischen 800.000 und vier Millionen Euro summierten.
Im noch ausstehenden zivilrechtlichen Teil des Verfahrens kommen auf das Paar im Alter von 69 und 71 Jahren Forderungen von Banken in Höhe von 270 Millionen Euro zu, sagte die Vorsitzende Richterin laut der Zeitung "La Provence"./evs/DP/nas