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Deutsche Anleihen geben nach - Trumps Aussagen zur Fed-Nachfolge belasten

16.01.2026
um 18:10 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Freitag einen Teil ihrer im Wochenverlauf erzielten Gewinne wieder eingebüßt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future gab bis zum späten Nachmittag um 0,13 Prozent auf 128,19 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug auf 2,84 Prozent.

Anleihen standen zum Wochenschluss dies- und jenseits des Atlantiks unter Druck, nachdem US-Präsident Donald Trump mit Aussagen zur Nachfolge von Notenbankchef Jerome Powell die Zinssenkungsfantasie am Markt etwas gedämpft hatte. Trump äußerte sich während einer Veranstaltung im Weißen Haus zurückhaltend gegenüber der bislang am Markt erwarteten Nominierung von Kevin Hassett als Nachfolger von Powell.

Trumps Wirtschaftsberater Hassett gilt als umstritten, da er wie der US-Präsident eine sehr lockere Geldpolitik befürwortet und damit das Risiko steigender Inflation in Kauf nimmt. Am Prognosemarkt stieg nun die implizite Wahrscheinlichkeit für eine Ernennung des Bankers und ehemaligen Fed-Gouverneurs Kevin Warsh zum neuen Fed-Chef; die Chancen Hassetts hingegen schrumpften deutlich. Warsh genieße in der Welt der Zentralbanken mehr Glaubwürdigkeit, während Hassett als jemand wahrgenommen werde, der eher Trumps Wünsche erfüllen dürfte, sagte John Brady, Geschäftsführer des Handelshauses RJ O?Brien.

Am Markt sind zwar weiterhin bis zum Ende des Jahres zwei Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte eingepreist, wie aus Terminkontrakten am Geldmarkt hervorgeht. Die jeweiligen Wahrscheinlichkeiten für diese beiden Zinsschritte jedoch sanken etwas./la/nas

LS - Bund

WKN 965264 ISIN DE0009652644