FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Montag gestützt durch neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump etwas zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Am Samstag hatte Trump Strafzölle gegen Deutschland und weitere Nato-Länder angekündigt. Anstoß hatte er unter anderem an deren gemeinsamer militärischer Erkundungsmission auf Grönland genommen. "Da Trump darauf aus zu sein scheint, das US-Territorium unbedingt zu vergrößern, ist eine rasche Beruhigung der Lage unwahrscheinlich", kommentierten die Volkswirte der Commerzbank. "Die deutsche Wirtschaft trifft eine solche Eskalation zur Unzeit."
Ende der Woche soll es einen EU-Sondergipfel geben. Schon jetzt wird über Handlungsoptionen beraten, denn es gilt eine gefährliche Gratwanderung zu bewältigen. Als sicher gilt, dass die EU die Umsetzung bestimmter Absprachen aus dem erst im Sommer geschlossenen Zollabkommen auf Eis legt.
In der Eurozone ist die Inflationsrate unerwartet unter die Marke von zwei Prozent gefallen. Im Dezember stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,9 Prozent. In einer ersten Schätzung war noch eine Rate von 2,0 Prozent ermittelt worden, nach 2,1 Prozent im November. Die Inflationsrate ist damit erstmals seit Mai 2025 unter die Zielmarke der EZB gesunken. Die Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflation von zwei Prozent an. Es wird derzeit keine Veränderung der Leitzinsen in der Eurozone erwartet. Die Daten bewegten daher den Anleihenmarkt kaum./jsl/he