FRANKFURT (dpa-AFX) - Angedrohte Zölle durch US-Präsident Donald Trump im Streit um Grönland haben den Dax
Am Wochenende kam es zur Eskalation zwischen Washington und Europa, weshalb sich nun ein nächster Handelsstreit anbahnen könnte. Trump beansprucht die zu Dänemark gehörende Arktisinsel Grönland für die USA. Die europäischen Nato-Partner lehnen dies ab, weshalb Trump ab dem 1. Februar neue Strafzölle von 10 Prozent verhängen will. Vom 1. Juni an sollen es dann 25 Prozent sein. Am Donnerstag wird ein EU-Sondergipfel in Brüssel stattfinden, um zu beraten, wie die EU am besten auf Trumps Drohungen reagieren kann.
Am vergangenen Dienstag war der Dax noch auf ein Rekordhoch über 25.500 Punkte geklettert. Jetzt ist er erneut vom "Zollhammer getroffen" worden, und dabei geht es "um mehr als nur Handelspolitik", wie Christine Romar von CMC Markets kommentierte. Mit dem neuen Konflikt gehe es "um die Zukunft der transatlantischen Beziehungen, um die Zukunft der Nato und um die gesamte handelspolitische Ordnung zwischen zwei der weltweit größten Wirtschaftsmächte". Die US-Börsen seien an diesem Montag geschlossen und die Indikationen in New York sprächen für eine tiefrote Eröffnung am Dienstag, aber eine derartige Eskalation sei längst nicht eingepreist, schrieb die CMC-Europa-Chefin.
Der MDax
Nach den Worten von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, zeigt sich beim Grönland-Streit, dass die Handelsstreitigkeiten "bei weitem noch nicht beigelegt sind". Bisher hätten die verhängten Zölle der US-Wirtschaft kaum geschadet und in Europa habe es in Deutschland zuletzt positive Konjunkturüberraschungen gegeben. Doch der Grönland-Konflikt mahne zur Vorsicht. Die weltwirtschaftliche Entwicklung stehe "auf tönernen Füßen"./ck/he