NEW YORK (dpa-AFX) - Bei den Netflix-Aktien
Netflix hatte am Vorabend nach US-Börsenschluss Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt. Der Bericht hatte nach Einschätzung vom Jefferies-Fachmann James Heaney etwas für die Optimisten und etwas für die Pessimisten zu bieten.
Analyst Matt Britzman vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown kommentierte, das Quartal sei eigentlich stark gewesen. "Doch die Märkte blicken nicht lange in den Rückspiegel", betonte er mit Verweis auf den Ausblick, der vor allem margenseitig wegen steigender Kosten enttäuscht habe. Analyst Peter Supino von Wolfe Research schrieb, dies schüre Bedenken am Ziel, das Streaming- und Studiogeschäft des Medienkonzerns Warner Brothers Discovery
Der Abwärtstrend bei den Papieren erhält damit wohl neuen Schub, denn die Aktien haben seit ihrem Rekordhoch vom Juni bislang mehr als ein Drittel verloren. Dies wurde in den vergangenen Wochen stark mit den Übernahmeplänen in Zusammenhang gebracht. Weil das Netflix-Management den milliardenschweren Warner-Kauf inzwischen komplett bar stemmen will, soll vorerst auch das bereits laufende Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt werden.
Markus Leistner von der DZ Bank hält es für möglich, dass die kostspielige Übernahme nun im Kurs mehr als eingepreist ist. Er geht davon aus, dass sich Netflix im Bieterstreit durchsetzt und dabei Zugeständnisse an die Kartellbehörden machen muss. Er bestätigte seine Kaufempfehlung mit dem Verweis, dass ein Unterhaltungsgigant mit einem "Content-Imperium" entstünde, sofern die Integration reibungslos gelingt./tih/edh/jha/