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ROUNDUP: Ramelow: Kampf um Zalando-Standort noch nicht verloren

23.01.2026
um 17:06 Uhr

ERFURT (dpa-AFX) - Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält den Kampf des Zalando -Betriebsrates um das von Schließung bedrohte Erfurter Logistikzentrum mit 2.700 Arbeitnehmern nicht für verloren. Der Linke-Politiker, der seit 2025 Bundestagsvizepräsident ist, bat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und die Präsidentin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, in Briefen um Gespräche zusammen mit dem Zalando-Betriebsrat. Dabei soll es um Möglichkeiten zur Standortsicherung gehen, sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.

In den gleichlautenden Schreiben, die der dpa vorliegen, macht Ramelow darauf aufmerksam, dass die Standortschließung "ohne Vorwarnung und ohne jegliche Mitbestimmung" verkündet worden sei. Nach einem Treffen mit dem Betriebsrat des Erfurter Logistik-Standorts schrieb Ramelow, es gehe nun um das rechtlich vorgeschriebene Verfahren der Arbeitnehmerbeteiligung, aber auch um Alternativen oder neue Investitionen in den Standort.

Ramelow bringt Kurzarbeit ins Gespräch

Der Linke-Politiker, der vor dem Einstieg in die Politik Gewerkschaftsfunktionär war, brachte Kurzarbeit und Qualifizierungsprogramme für die Zalando-Belegschaft ins Spiel. Damit könnten mögliche Investitionen in den Standort flankiert werden.

"Wenn wir über den Standort Erfurt reden, dann reden wir nicht nur über 2.700 originär dort Beschäftigte, sondern auch über mindestens noch einmal 1.000 Personen, die direkt oder indirekt dienstleistend für den Standort Erfurt tätig sind", heißt es in den Briefen an Bas und Nahles. Es gehe darum, wie der Standort Erfurt so leistungsfähig wie der von Zalando präferierte Standort Gießen gemacht werden könne.

Arbeitsvermittler im Logistikzentrum

Rund zwei Wochen nach der Zalando-Entscheidung sucht die Thüringer Landesregierung ebenfalls nach Perspektiven für die Beschäftigten und den Standort. Seit Wochenbeginn ist die regionale Arbeitsagentur mit acht Vermittlern direkt in dem Unternehmen vertreten. Zunächst sollen nach Angaben der Regionaldirektion Fälle von Arbeitnehmern bearbeitet werden, bei denen in nächster Zeit befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird der Kontakt zum ausländischen Eigentümer der riesigen Logistikhalle gesucht, die Zalando nur gemietet habe. Dabei gehe es auch um eine künftige Nutzung und damit neue Arbeitsplätze.

Zalando-Sprecher: "Kein realistisches Szenario" für Weiterbetrieb

Der Dax -Konzern selbst warnt im Zusammenhang mit Ramelows Brief indes vor falschen Hoffnungen. "Der Plan zur Schließung des Standorts ist seitens des Unternehmens final und strategisch begründet. Es gibt kein realistisches Szenario, in dem wir den Betrieb für Zalando über 2026 hinaus fortführen", sagte Zalando-Sprecher Christian Schmidt der Deutschen-Presse-Agentur. Die Situation infrage zu stellen, helfe den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Standort nicht. Es gehe nun darum, gemeinsam die besten Bedingungen für die geplante Schließung auszuhandeln. Dafür solle es baldmöglichst Gespräche mit dem Betriebsrat geben. Der Internet-Modehändler will sein Logistikzentrum in Erfurt im September schließen./rot/DP/mis

Zalando SE

WKN ZAL111 ISIN DE000ZAL1111