SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Der US-Zahlungsdienstleister Visa
Die Visa-Aktie verlor im nachbörslichen Handel dennoch zwei Prozent. Möglicherweise hatten sich Investoren ein so deutlich über den Markterwartungen liegendes Zahlenwerk wie beim Konkurrenten Mastercard erhofft. Im New Yorker Handel hatten Visa-Aktien mit plus 1,5 Prozent geschlossen, während Mastercard um gut 4 Prozent anzogen.
Die amerikanische Kreditkartenbranche steht aktuell unter Beschuss von US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte Mitte Januar angekündigt, dass ab dem 20. Januar für Kreditkarten ein Jahr lang ein Maximalzinssatz von zehn Prozent gelten soll. Unklar war zunächst, ob und wenn ja, wie Trumps Plan zu realisieren ist.
Trump verspricht sich davon, das Leben von US-Amerikanern "erschwinglich" zu machen: Viele von ihnen leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck und haben keine großen Rücklagen. Zudem ist der Kauf auf Pump in den Vereinigten Staaten deutlich üblicher als in Deutschland, sodass sich viele verschulden und Kreditkartenzinsen jeden Monat aufs Neue bedienen müssen. Nach Angaben der US-Notenbank Federal Reserve von November 2025 lag der durchschnittliche Zinssatz für Kreditkarten zwischen Ende 2023 und Ende 2024 bei 21,5 Prozent.
Trumps Ankündigung stieß bei den Banken und Lobbyvereinigungen auf Unmut. Die Zinsobergrenze werde dazu führen, dass Kredite eingeschränkter vergeben werden dürften und "verheerende Folgen für Millionen amerikanischer Familien und kleiner Unternehmen hätte", warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung. Was genau die Konsequenzen sein sollen, ließen sie indes offen./he/so