Nachfrage nach Bioprodukten boomt - Anbau kommt nicht nach
NÜRNBERG (dpa-AFX) - Der Anbau von Bioprodukten in Deutschland und aller Welt boomt. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln habe in Deutschland im vergangenen Jahr nach Angaben des Bio-Spitzenverbandes BÖLW erneut zugelegt. Genaue Zahlen zum deutschen Biomarkt will der BÖLW am Vormittag vorstellen. Gleichzeitig eröffnet in Nürnberg die BIOFACH, die weltweit größte Messe für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik.
Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) forderte Landwirte zur Umstellung auf Bio-Erzeugung auf. "Die Chancen für umstellungswillige Betriebe sind so gut wie schon lange nicht mehr", sagte die Ministerin. Bayern habe sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Anteil an Bio-Anbau auf 30 Prozent der Fläche auszubauen. Bisher werden 14 Prozent der Anbaufläche biologisch bewirtschaftet.
Die große Nachfrage nach Bioware werde von der bayerischen Landwirtschaft noch nicht widergespiegelt. Nach vorläufigen Zahlen habe Bayern im vergangenen Jahr von 430.000 Hektar Ökofläche bis zu 5.000 Hektar verloren. Etwas mehr als 300 der rund 11.800 Ökobetriebe seien aus der Förderung des Ökolandbaus ausgestiegen, 266 seien auf der anderen Seite dazugekommen.
Die Grünen kritisierten das politische Umfeld. Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Europa wachse, trotzdem gehe die Umstellung auf ökologischen Landbau zurück, gerade in Deutschland, sagte der Grünen-EU-Parlamentarier Martin Häusling. "Das ist absurd und Ausdruck politischer Kurzsichtigkeit."/dm/DP/mis