Verkehrsverband dringt auf mehr digitale D-Tickets
BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte um mehr Sicherheit für das Zugpersonal setzt der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auf mehr digitale Deutschland-Abos. "Ein Schwerpunkt von Bund, Ländern und Branche muss die digitale Prüfung und Kontrolle der Deutschlandtickets sein", teilte VDV-Präsident Ingo Wortmann mit Blick auf das bundesweit gültige Abo für den öffentlichen Regional- und Nahverkehr (ÖPNV) mit.
Schon jetzt würden 60 Prozent dieser Tickets als Barcode auf dem Smartphone ausgegeben. "Dort ist die Integration eines Fotos weder möglich noch nötig, wenn der Barcode kopiergeschützt ist", hieß es. Wortmann nimmt damit Bezug auf Forderungen des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD). Dieser hatte sich für ein einheitliches Deutschlandticket mit einem Lichtbild des Inhabers oder der Inhaberin ausgesprochen.
"Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen, und ganz oft müssen die Zugbegleiter dann nach dem Personalausweis oder dem Reisepass fragen", betonte der Landeschef am Vorabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".
Ausweiskontrolle ab März im Ermessen des Personals
Grundsätzlich sollen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter bei der Ticketkontrolle von März an selbst entscheiden, ob sie neben dem Deutschlandticket, wie eigentlich üblich, auch den Personalausweis verlangen wollen oder nicht. Das hatten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Bahnchefin Evelyn Palla nach einem Sicherheitsgipfel mit der Branche in der vergangenen Woche verkündet. Damit soll ein wesentliches Konfliktpotenzial zwischen Zugmitarbeiter und Fahrgast vermieden werden.
"Die Bundesländer wollen das Ticket dafür noch fälschungssicherer machen", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Wie das aussehen könne, werde Thema auf der Verkehrsministerkonferenz Ende März. Der Vorschlag von Schweitzer falle "genau in diese Kategorie, die die Länder jetzt beschließen müssen". Zuständig für das Deutschlandticket seien die Bundesländer. Das Ministerium begrüße zunächst einmal alle Vorschläge, die Situationen vermieden, die bei der Fahrkartenkontrolle zur Eskalation führen könnten.
Hintergrund der Debatte ist der tödliche Angriff auf einen Zugbegleiter im Rahmen einer Ticketkontrolle in einer Regionalbahn bei Kaiserslautern./maa/DP/stw