Ölpreise steigen etwas - USA-Iran-Konflikt weiter im Fokus
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben ihre starken Aufschläge der vergangenen Woche ein wenig ausgebaut. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April kostete am Montag 72,21 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 55 Cent auf 67,02 Dollar.
Anleger blickten auch zu Wochenbeginn hauptsächlich auf den Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Aktuell wägen sie die Chancen eines Atomabkommens zwischen den beiden Ländern ab, nachdem Irans Außenminister Abbas Araghtschi eine weitere Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten in wenigen Tagen in Aussicht gestellt hatte. Er zeigte sich zuversichtlich, dass ein besserer Deal als das Wiener Atomabkommen von 2015 möglich sei.
Sollte es zu einer Einigung kommen, könnte der Iran mehr Erdöl exportierten, wodurch das Angebot auf dem Weltmarkt steigen und der Ölpreis entsprechend sinken dürfte. Allerdings könnte der Konflikt auch eskalieren, denn US-Präsident Donald Trump erwägt Medienberichten zufolge einen begrenzten Militärschlag im Iran, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.
Derweil beobachten Anleger auch die jüngsten Entwicklungen im Zollstreit der USA mit dem Rest der Welt. Nach der am Freitag verkündeten Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs gegen Teile der Zollpolitik von Präsident Donald Trump legte dieser nach. Der Republikaner kündigte am Samstag auf der Plattform Truth Social einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 15 Prozent an - statt der kurz davor bereits veranschlagten 10 Prozent.
Dies könnte wieder Sorgen in puncto einer globalen Konjunktureintrübung wecken und damit die Nachfrage nach Rohöl dämpfen. Dies würde die Ölpreise unter Druck setzen.
Die Großbank Goldman Sachs hat ihre Ölpreisprognosen angehoben und begründet dies mit einem geringeren Lageraufbau in den Industrieländern. Die Bank geht aber weiterhin von einem Preisrückgang gegenüber dem aktuellen Niveau aus, wobei Brent zum Jahresende bei 60 Dollar liegen dürfte. Allerdings dürfte eine Kombination aus Sanktionen und Versorgungsengpässen länger halten als zuvor angenommen. Morgan Stanley erklärte am Montag ebenfalls, dass Brent im Laufe der Zeit wieder in Richtung 60 Dollar tendieren dürfte. "Öl verzeichnet einen Aufschwung aufgrund von Risiken, nicht aufgrund von Knappheit", so die Bank./jsl/la/jha/