FRANKFURT (dpa-AFX) - Zum Auftakt in den Börsenmonat März dürfte das bisherige Rekordhoch beim Dax
"Unserer Meinung nach könnten, sofern geopolitische Störfaktoren ausbleiben, Anfang März neue Bestmarken folgen", gaben sich die Experten von Index-Radar am Freitag zuversichtlich. Sie halten in der Folge sogar einen weiteren Vorstoß in Richtung 26.000 Punkte für möglich. Dabei kommt hinzu, dass der März unter Börsianern als relativ guter Aktienmonat gilt.
Baader-Bank-Experte Robert Halver hält zwar je nach Nachrichtenlage weitere Kursschwankungen wegen Zinsfantasie, Geopolitik und Zöllen für möglich. Er glaubt aber, dass kurze ruckartige Kursrücksetzer längerfristig günstige Einstiegsgelegenheiten schaffen. Von besonderer Bedeutung dürfte nach unten die Marke 25.000 Punkten bleiben, die in der zweiten Februar-Hälfte Unterstützung gab.
"Trotz der aktuellen Risiken - Zoll-Chaos, Iran, KI-Ängste - zeigen sich die Aktienmärkte weltweit widerstandsfähig", schrieb Baader-Bank-Fachmann Halver. Diese Themen hinterließen zwar ihre Spuren in der Anleger-Psyche und am US-Aktienmarkt übernähmen die Pessimisten allmählich die Überhand, doch genau dies spreche gegen deutliches Korrekturpotenzial.
Halver beobachtete zuletzt, dass europäische Aktien im globalen Umfeld durch einen Sinneswandel wiederentdeckt werden. "Die langanhaltende KI-Euphorie ist zwischenzeitlich Ernüchterung gewichen", schrieb er. KI-Fantasie hatten in den vergangenen Jahren vor allem die US-Börsen zu bieten, doch nun wirke Europas "Tech-Abstinenz wie eine willkommene Sorgenpause". Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Chefstratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck bleibt aber auch auf globaler Ebene für Aktien positiv gestimmt, nicht zuletzt weil der Konjunkturtrend aufwärts gerichtet bleibe. In diesem Punkt erwartet er in der kommenden Woche viele neue Eindrücke, vor allem vom nächsten US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag erwartet wird. Davor aber könnten Einkaufsmanagerindizes des Instituts ISM am Montag und Mittwoch schon relevant werden.
"Beim Arbeitsmarktbericht wird für die US-Notenbank Fed wichtig sein, ob sich der gute Trend vom Januar im Februar bestätigt", erwähnte Greil. Für Anleger wäre dies dann relevant, weil es die Zinssenkungsfantasien weiter dämpfen würde. Andreas Hürkamp von der Commerzbank rechnet im Februar in den USA mit nur 60.000 neuen Stellen nach 130.000 im Januar. Der anhaltend schwache Stellenzuwachs spreche im Jahresverlauf für drei Zinsschritte der Fed. Am Markt als eingepreist gelten aber nur zwei.
In Deutschland könnten im Wochenverlauf noch weitere Impulse von der Berichtssaison ausgehen, die mit einer Vielzahl von Dax-Werten weiter geht. Genannt seien dabei Beiersdorf
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---