Preissprung an Gas-Börse: Was bedeutet das für Verbraucher?
BERLIN (dpa-AFX) - Der starke Anstieg der Gas-Großhandelspreise an der Börse hat nach Einschätzung des Vergleichsportals Verivox keine direkten Auswirkungen für Haushaltskunden. Grund seien deren zumeist längerfristige Verträge, erklärte das Portal. "Preisänderungen an den Börsen wirken sich erst mit einem Zeitverzug von bis zu zwölf Monaten auf die Gaspreise für Verbraucherinnen und Verbraucher aus", sagte ein Sprecher.
Der Erdgaspreis stieg am Dienstag an der Börse in Amsterdam wegen des Iran-Krieges auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Zeitweise lag der Preis für eine Megawattstunde Erdgas, das im April geliefert werden soll, bei mehr als 65 Euro. Am vergangenen Freitag betrug er noch knapp 32 Euro. Hauptgrund ist ein fortgesetzter Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar. Hinzu kommen starke Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman.
Nach Angaben des Energiewirtschaftsverbandes BDEW kaufen die meisten Energieversorger das Erdgas langfristig ein, um starke Preisschwankungen abzufedern. Dies bedeute, dass steigende Börsenpreise nicht sofort und nicht in vollem Umfang an die Endkunden weitergegeben würden.
Umgekehrt führten allerdings sinkende Großhandelspreise nicht unmittelbar zu niedrigeren Endkundenpreisen. "Dadurch werden Verbraucher vor extremen Preissprüngen - wie zum Beispiel in der Energiekrise in 2022 - geschützt. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass Preissenkungen erst zeitverzögert bei den Haushalten ankommen", hieß es zur Begründung./tob/DP/stw