METZINGEN (dpa-AFX) - Der Modekonzern Hugo Boss
Für die im MDax
Laut Manjari Dhar von der kanadische Bank RBC haben Umsatz und das operative Ergebnis (Ebit) von Hugo Boss im vergangenen Jahr die Erwartungen übertroffen. Eine gute Kontrolle der operativen Kosten habe niedrigere Margen kompensiert. Auch Analyst Frederick Wild von Jefferies attestiert Hugo Boss starke Zahlen.
Für Chiara Battistini von JPMorgan
2026 sieht Hugo Boss als ein Jahr der Anpassung, in dem das Geschäft durch die Straffung von Prozessen, die Überarbeitung des Sortiments und die Optimierung des Vertriebsnetzwerks geprägt ist. Wie schon im Dezember angekündigt erwartet das Management daher weiter einen Umsatzrückgang auf währungsbereinigter Basis im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll 300 bis 350 Millionen Euro erreichen und damit ebenfalls zurückgehen. Ab 2027 will der Konzern dann aber wieder wachsen.
Der Umsatz fiel 2025 im Jahresvergleich leicht um ein Prozent auf 4,27 Milliarden Euro. Währungsbereinigt verzeichnete Hugo Boss einen Anstieg um zwei Prozent, gestützt von einem guten Schlussquartal. Das operative Ergebnis kletterte um acht Prozent auf 391 Millionen Euro. Die entsprechende operative Marge verbesserte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Der Konzern profitierte dabei von niedrigeren Vertriebs- und Marketingaufwendungen. Unter dem Strich verdiente Hugo Boss mit 249 Millionen Euro 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten laut einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens bei allen Kennziffern mit weniger gerechnet.
Wie Hugo Boss bereits am Montag mitgeteilt hatte, sollen die Aktionäre für 2025 nur eine Mindestdividende von 0,04 Euro je Aktie erhalten. Ein Jahr zuvor hatten die Aktionäre noch 1,40 Euro je Anteilsschein bekommen. Zudem will der Konzern bis Ende 2027 eigene Aktien im Wert von bis zu 200 Millionen Euro zurückkaufen. Im Schnitt würde mit der Mindestdividende und dem Aktienrückkauf eine jährliche Aktionärsrendite erzielt, die in etwa dem für 2024 ausgeschütteten Niveau entspreche, so das Unternehmen.
Mit dem Zusammenstreichen der Dividende kommt das Management dem größten Anteilseigner Frasers Group entgegen. Zuletzt hatte Hugo Boss durch Unstimmigkeiten mit dem größten Anteilseigner die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. So unterstützt Frasers den Aufsichtsratschef Stephan Sturm wohl nicht mehr, wie Anfang Dezember bekannt geworden war.
Unstimmigkeiten zwischen dem Management von Hugo Boss und dem Großaktionär gab es hinsichtlich der Dividendenpolitik. Frasers Group sieht Hugo Boss an der Börse als unterbewertet an, wie aus einer Pflichtmitteilung vom Juli hervorgeht. Der Investor ist der Ansicht, dass Hugo Boss derzeit keine Dividenden ausschütten sollte. Die Mittel sollten vielmehr zur Steigerung des Unternehmenswerts eingesetzt werden.
Frasers Group ist mit einer direkten Beteiligung von 25 Prozent mit Abstand größter Aktionär des Konzerns. Wie seit dem Sommer bekannt ist, kommt der Konzern inklusive Finanzinstrumenten aber auf mehr als 30 Prozent. Würde er die Finanzinstrumente in "echte" Anteile wandeln, müsste er ein Übernahmegebot abgeben./err/mne/stk