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ROUNDUP: Henkel erwartet verhaltenen Jahresstart - Aktie gibt nach

11.03.2026
um 12:19 Uhr

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel hat 2025 in einem schwierigen Umfeld weniger umgesetzt und operativ etwas weniger verdient. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management vorsichtig und erwartet einen "etwas verhalteneren Start". "Unser geschäftliches Umfeld war und ist von großen Herausforderungen gekennzeichnet", sagte Henkel-Chef Carsten Knobel am Mittwoch laut Mitteilung und verwies auf geopolitische Spannungen sowie Zoll- und Handelskonflikte. Die Anteilseigner sollen eine Dividende von 2,07 Euro je Vorzugsaktie erhalten, 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. An der Börse gab der Henkel-Kurs auf die Nachrichten hin nach.

Für die im Dax notierten Anteilsscheine ging es zur Wochenmitte am Mittag um zuletzt mehr als vier Prozent nach unten. Damit verstärkt sich der jüngste Kursrutsch im Gefolge des Iran-Kriegs. Seit Jahresbeginn hat die Aktie nur leicht an Wert gewonnen, in den vergangenen zwölf Monaten aber gut neun Prozent eingebüßt.

Laut Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan hat Henkel im vergangenen Jahr mit dem vergleichbaren Wachstum und dem bereinigten Ergebnis je Aktie etwas enttäuscht. Überdies rechne Henkel mit einem schwachen Start ins laufende Jahr.

Für David Hayes von Jefferies hat der Konzern durchwachsen abgeschnitten. Das Volumenwachstum im Konsumentengeschäft habe derweil im Schlussquartal positiv überrascht. Entgegen Befürchtungen am Markt über möglicherweise sinkende Konsensschätzungen für 2026 sieht er hier wenig Anpassungsbedarf.

Für das laufende Jahr erwartet Henkel ein Umsatzwachstum abseits von Währungs- und Portfolioeffekten um ein bis drei Prozent, wie der Konzern in Düsseldorf weiter mitteilte. Analysten hatten hier im Mittel ein Plus von 2,1 Prozent auf dem Zettel. Für das erste Quartal werde derzeit ein Wachstum in der unteren Hälfte der Prognosespanne erwartet, sagte Finanzchef Marco Swoboda in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) soll laut Konzern 14,5 bis 16 Prozent erreichen. Hier erwarteten Marktexperten zuletzt 15,2 Prozent.

Im vergangenen Jahr sank Henkels Umsatz um fünf Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Organisch, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, wuchs er hingegen um 0,9 Prozent. Dabei profitierte der Hersteller von Produkten wie Persil-Waschmittel, Pattex-Klebstoff, Fa-Duschgel und Syoss-Haarpflege vor allem von Preiserhöhungen. Sowohl das Klebstoffgeschäft als auch die Konsumentensparte legten organisch zu. Im Konsumentensegment habe vor allem das Geschäftsfeld Haarpflege das Wachstum angetrieben.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag mit 3,0 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 3,1 Milliarden. Als Grund führt Henkel negative Währungseffekte an. Die entsprechende Rendite verbesserte sich jedoch aufgrund von Einsparungen um 0,5 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent. Der auf die Aktionäre entfallende Überschuss wuchs dank einer geringeren Steuerlast um 1,4 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro.

Henkel hat zuletzt einige Zukäufe angekündigt. So soll das Geschäft mit Beschichtungen durch die Übernahme der Spezialbeschichtungsfirma Stahl für einen Kaufpreis von 2,1 Milliarden Euro ausgebaut werden, wie die Düsseldorfer Anfang Februar mitgeteilt hatten. Das Haarpflegegeschäft soll durch die Übernahme der Haarpflege- und Styling-Marke "Not Your Mother's" in den USA verstärkt werden./err/tav/nas

Henkel AG & Co. KGaA

WKN 604843 ISIN DE0006048432