ROUNDUP 3: Warnstreik legt Flugbetrieb am BER lahm
(neu: Infos zum Flugbetrieb am Donnerstag)
SCHÖNEFELD (dpa-AFX) - Aufgrund eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi fällt seit dem Morgen und den ganzen Tag über der gesamte Passagier-Flugverkehr am Hauptstadtflughafen BER aus. Der Arbeitskampf sei am frühen Morgen planmäßig angelaufen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler. Der Ausstand soll demnach bis zum Betriebsende um Mitternacht andauern.
Terminals fast menschenleer
In den Terminals war am Morgen entsprechend wenig los. "Alle Passagiere wurden von ihren Airlines rechtzeitig informiert und sind gar nicht erst zum Flughafen gekommen", sagte eine Sprecherin der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). "Die Flüge wurden umgebucht oder alternative Reisewege angeboten." Betroffen sind den Betreibern zufolge rund 445 Flugbewegungen mit etwa 57.000 Passagieren.
Aufgerufen zum Warnstreik sind rund 2.000 Beschäftigte der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Darunter sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Feuerwehr, der Verkehrsleitung oder dem Terminalmanagement.
Die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs gilt deshalb als nicht möglich, auch wenn andere wichtige Bereiche wie die Bodenverkehrsdienste oder die Sicherheitskontrollen von Dienstleistern erfüllt werden, die nicht bestreikt werden.
Senatorin mahnt beide Seiten zu rascher Einigung
Am Donnerstag soll der Flugbetrieb am BER wieder wie gewohnt laufen. Die Flughafengesellschaft geht aufgrund von Umbuchungen von einem erhöhten Verkehrsaufkommen aus. Rund 77.000 Passagiere werden demnach erwartet und damit etwa 10.000 mehr als ursprünglich geplant. Einschränkungen soll es nicht mehr geben.
Die FBB kritisierte den Arbeitskampf als unverhältnismäßig, "gerade in einer durch den Iran-Krieg ohnehin sehr angespannten Lage", wie Flughafenchefin Aletta von Massenbach bereits vor einigen Tagen mitteilte. "Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits fest für den 25. März angesetzt. Wir sind zuversichtlich, dass eine Einigung zustande kommt." Verkehrssenatorin Ute Bonde hatte beide Tarifparteien am Vortag dazu aufgerufen, aufeinander zuzugehen und rasch zu einer Lösung im Tarifkonflikt zu kommen.
Die Arbeitgeberseite hat in der zweiten Gesprächsrunde vergangene Woche ein erstes Angebot unterbreitet, das aus Sicht der Gewerkschaft aber nicht weit genug geht. Verdi fordert für die FBB-Beschäftigten unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 250 Euro zusätzlich pro Monat je Gruppe beziehungsweise Stufe. Außerdem will sie einen zusätzlichen freien Tag für Gewerkschaftsmitglieder durchsetzen. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen./maa/DP/nas