FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein überraschend schwacher Ausblick hat die Aktien von Hellofresh
Da Hellofresh bereits im Februar Eckzahlen bekannt gegeben hatte, standen nun vor allem die Ziele für 2026 im Blick. Analyst Marcus Diebel von JPMorgan verwies vor allem auf das operative Ergebnisziel des Kochboxen-Versenders, das schwächer als von Analysten im Schnitt erwartet ausgefallen war. Die Konsensschätzung dürfte ihm zufolge daher sinken. Potenziellen Anlegern empfiehlt er, zunächst an der Seitenlinie zu bleiben.
Laut UBS-Analyst Jo Barnet-Lamb verdeutlichen die Details zu den einzelnen Geschäftsbereichen das Ausmaß der Schwierigkeiten von Hellofresh im Bereich Fertiggerichte, während sich das Tempo der Verbesserung im Bereich Kochboxen leicht beschleunigt habe. Die Strategieentwicklung zeige zugleich, dass Kosteneinsparungen teilweise durch Investitionen wieder aufgefressen würden.
"Das alles führte in einer Umsatzprognose, die etwa 170 Basispunkte unter dem Mittelwert der Konsensschätzung liegt, und einer Prognose für das bereinigte operative Ergebnis, die etwa 5 Prozent darunter liegt." Dabei betonte der UBS-Experte Barnet-Lamb noch, dass die vom Unternehmen gegebene Ebitda-Prognose währungsbereinigt sei und konstatierte: "Wir erwarten einen mechanischen Gegenwind von 1 bis 2 Prozent durch Währungseffekte, der daher zu einer noch stärkeren Abwärtskorrektur führen könnte."
Übergeordnet hält Barnet-Lamb zwar an seiner Kernthese einer fortschreitenden Stabilisierung des Kochboxen-Geschäfts, unterstützt durch eine verbesserte Kundenbindung, fest. Doch sogar Optimisten müssten einräumen, dass selbst ein laut Hellofresh "moderat erhöhtes" Produktinvestitionsprogramm angesichts eines Rekordtiefs des Aktienkurses und eines minimalen freien Mittelzuflusses frustrierend sei.
Ähnlich sehen dies auch andere Experten. Der Essenslieferant kämpfe weiterhin um eine Rückkehr zu steigenden Umsätzen und Ergebnissen, woran auch er glaube, schrieb etwa Giles Thorne von Jefferies. Der vorgelegte Bericht biete jedoch wenig Unterstützung für derlei Hoffnungen, und der Verweis des Managements auf Extremwetterlagen als wesentlicher Grund für die avisierten neuerlichen Rückgänge könnte dem Aktienkurs auch nicht helfen.
Eine Kurserholung hängt laut Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler vielmehr "von einer Stabilisierung der Umsätze und dem Nachweis einer nachhaltigen Verbesserung der Kundenbindungsraten ab"./ck/err/jha/