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ROUNDUP: Nemetschek optimistisch für Wachstum - Aktie erholt sich etwas

19.03.2026
um 10:11 Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der auf die Bauindustrie spezialisierte Softwareanbieter Nemetschek blickt trotz Konjunktursorgen zuversichtlich auf das laufende Jahr. Obwohl geopolitische Unsicherheiten weiter bestünden und sich zuletzt insbesondere im Nahen Osten erneut verschärft hätten, blieben die langfristigen strukturellen Wachstumstreiber intakt, hieß es am Donnerstag von dem MDax-Unternehmen aus München. Die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) soll zusätzlichen Schub geben. "Sie verbessert unsere Lösungen, erschließt neue Wachstumspotenziale entlang des gesamten Bau- und Infrastrukturlebenszyklus und steigert zugleich unsere interne Effizienz", sagte Vorstandschef Yves Padrines laut Mitteilung. Die in diesem Jahr unter Druck stehende Aktie legte wegen zufriedenstellender Wachstumsaussichten im schwachen Gesamtmarkt etwas zu.

Das Papier stieg nach dem Handelsstart um 2,6 Prozent auf 69,70 Euro. In diesem Jahr hatten die Anleger mit dem Schein bisher allerdings wenig Freude: Im Zuge des Abverkaufs von Softwareaktien wegen Sorgen um KI-Konkurrenz war auch Nemetschek in den Sog der Branchenschwäche geraten. Bis dato ist seit Jahresbeginn denn auch ein Kursminus von rund einem Viertel zu beklagen. Auf Sicht von einem Jahr beträgt der Abschlag sogar an die 40 Prozent. Vom Rekordhoch bei 138,50 Euro im vergangenen August ist nur noch rund die Hälfte übrig.

Der Ausblick entspreche mindestens den Markterwartungen und enthalte keine Überraschungen beim Betriebskapital, was die Anleger beruhigen dürfte, schrieb Charles Brennan von der US-Investmentbank Jefferies. Für JPMorgan-Experte Joseph George lag der Umsatzausblick im Rahmen des Erwarteten, er untermauere damit die vorherrschende Meinung am Markt. Erfreuen dürften sich die Anleger am Abschneiden der Design- und Bausparten im vierten Quartal, schrieb er. Allerdings sei noch offen, wie sehr Vorauszahlungen im Rahmen von Mehrjahresverträgen dazu beigetragen hätten.

Aus eigener Kraft - also ohne Zu- wie Verkäufe von Unternehmensteilen sowie Wechselkursseffekte gerechnet - soll der Erlös von Nemetschek 2026 um 14 bis 15 Prozent zulegen, wie der Konzern mitteilte. Von Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt zwischen 13 und 14 Prozent auf dem Zettel. Die operative Marge gemessen am Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte laut den Plänen von Padrines von 31,2 Prozent auf 32 bis 33 Prozent anziehen. Damit hatten Experten bereits gerechnet.

Vergangenes Jahr hatte Nemetschek wie bereits bekannt auch dank Zukäufen ein Umsatzplus von rund einem Fünftel auf 1,19 Milliarden Euro erzielt, die Marge stieg um einen Prozentpunkt. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn unterm Strich stieg von gut 175 Millionen auf mehr als 217 Millionen Euro.

Nemetschek bietet vor allem Software für Architekten, Bauzeichner, Bauunternehmen, Medienunternehmen und Immobilienverwalter an. Das Unternehmen hat mehr als 4.000 Beschäftigte. Etwa 45 Prozent der Aktien sind dem Unternehmensgründer Georg Nemetschek oder Stiftungen mit seinem Namen zuzurechnen. Der Börsenwert von Nemetschek liegt momentan bei rund 8 Milliarden Euro./men/lew/stk

Nemetschek SE

WKN 645290 ISIN DE0006452907