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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Deutliche Verluste - Ölpreis zieht weiter an

19.03.2026
um 10:18 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Konjunktursorgen haben den deutschen Aktienmarkt wieder fest im Griff. Die wichtigsten Indizes gerieten im frühen Handel am Donnerstag stark unter Druck. Für Verunsicherung sorgte der weiter kräftige Anstieg der Ölpreise, der die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation mit entsprechend negativen wirtschaftlichen Konsequenzen schürte.

Der Dax sackte um 2,2 Prozent auf 22.977 Punkte ab. Fast alle Werte des Leitindex verzeichneten Verluste. Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 2,6 Prozent auf 28.755 Punkte ein.

Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent rund 116 Dollar. Der Ölpreis reagiert weiter sensibel auf Nachrichten zum Iran-Krieg. Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf der Online-Plattform X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.

"Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Die militärische Eskalation im Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Turbulenzen am Ölmarkt hielten die Anleger weiterhin in Atem. Steigende Energiepreise nährten die Sorge, dass der geldpolitische Gegenwind nun deutlich anziehen könnte.

Die Erwartung einer schnellen Entspannung habe sich erneut als zu optimistisch erwiesen, fuhr Emden fort. Jede neue Eskalationsmeldung stelle dieses Szenario infrage. "Was aktuell noch als fragile Hoffnung am Markt vorhanden ist, kann jederzeit in Ernüchterung umschlagen", resümierte der Experte.

Hierzulande neigt sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende zu, und die letzten Nachzügler veröffentlichten ihre Geschäftszahlen. So hatte Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia im vergangenen Jahr zwar vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. In dem sehr schwachen Umfeld aber sackten die Aktien mit einem Minus von fast zehn Prozent ans Dax-Ende. Analyst Neil Green von der US-Bank JPMorgan konnte dem Geschäftsbericht zwar einiges Positives abgewinnen. Jedoch stünden aktuell gerade auch die Inflationsrisiken und die daher steigenden Anleiherenditen im Fokus, die den Papieren der Branche üblicherweise Probleme bereiten.

Der Internetdienstleister Ionos hatte im vergangenen Jahr den Umsatz und Gewinn gesteigert. Der bereits im Dezember vorgelegte Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt. Anleger feierten dies mit einem Plus von fast zehn Prozent, womit sich die Anteilsscheine an die Spitze des MDax setzten.

Für Lanxess ging es um fast sieben Prozent nach unten. Zahlen und Ausblick des Chemiekonzerns kamen bei den Anlegern unter dem Strich nicht gut an. Die Ziele des Unternehmens für 2026 lägen unter den Erwartungen, schrieb Anil Shenoy von der britischen Investmentbank Barclays. Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.

Am Ende des Nebenwerte-Index SDax knickten die Aktien von Kontron um 15 Prozent ein. Einen Grund dafür konnten Beobachter zunächst nicht ausmachen. Der Technologiekonzern legt nächste Woche Donnerstag seine Geschäftszahlen vor./la/stk

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WKN 846900 ISIN DE0008469008

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WKN 846741 ISIN DE0008467416
Infront DE Mid Chart
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