(neu: Kurse, Aussagen Konzernchef, Stand zu 1&1-Mobilfunknetz)
MONTABAUR (dpa-AFX) - United Internet
Im laufenden Jahr soll der Umsatz von United Internet auf 6,25 Milliarden Euro klettern, wie das im MDax
Die im SDax
Anteile an United Internet gaben bis zum Nachmittag einen Teil ihrer Gewinne wieder ab, legten zuletzt gegen den allgemein sehr schwachen Markttrend aber noch um 3,3 Prozent auf 26,72 Euro zu. Zuvor war der Kurs in der Spitze um fast 9 Prozent gestiegen. Nach starken Kursschwankungen 2026 notieren die Aktien aktuell leicht unter dem Niveau zu Jahresbeginn. In den vergangenen zwölf Monaten haben sie aber rund 36 Prozent gewonnen. Die Aktien der Telekommunikations-Tochter 1&1 notierten zuletzt 2,4 Prozent im Plus, der Kursgewinn seit einem Jahr summiert sich hier auf gut 55 Prozent.
Jüngst wurden die Titel von United Internet und der Tochter 1&1 von Übernahmespekulationen getrieben. Dem spanischen Telekom-Konzern wurde ein Interesse an 1&1 nachgesagt, um seine Deutschlandtochter O2 zu stärken. Zuletzt gab es jedoch Berichte, dass Telefonica seine Pläne wieder auf Eis gelegt haben soll. Konzernchef Dommermuth erteilte den Verkaufsgerüchten in einer Telefonkonferenz zu den Jahreszahlen am Donnerstag eine klare Absage. "Ich habe nicht vor, das Unternehmen zu verkaufen", so der Manager. "Wir sind aus dem Schlimmsten draußen. Warum sollten wir jetzt das Unternehmen verkaufen, die Party hat ja noch gar nicht begonnen."
Für Experte Andrew Lee von der US-Investmentbank Goldman Sachs sind die Quartalsergebnisse und die Ausblicke von United Internet und der Tochter 1&1 weitgehend beruhigend gewesen. Er rechnet mit steigenden Marktschätzungen für den Barmittelzufluss.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz von United Internet um knapp zwei Prozent auf rund 6,1 Milliarden Euro. Darin enthalten ist nicht mehr der Umsatzbeitrag des im Oktober verkauften Geschäftsfeldes Energy. Das von der Tochter Ionos
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Die darin enthaltenen Aufbaukosten für das 1&1-Mobilfunknetz lagen mit 265,3 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
Neben den Netzausbaukosten belasteten auch gestiegene Abschreibungen, primär auf Investitionen in den Ausbau des Glasfasernetzes bei 1&1 Versatel sowie des 1&1 Mobilfunknetzes, das Ergebnis.
Unter dem Strich stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 86 Cent im Vorjahr auf 1,23 Euro. Grund für den starken Anstieg seien hauptsächlich geringere Steueraufwendungen, hieß es. An die Aktionäre soll für 2025 eine Dividende von 50 Cent je Aktie ausgeschüttet werden. Hauptprofiteur ist Unternehmenschef Dommermuth, der die Hälfte der Anteile hält. Im Vorjahr hatte das Unternehmen neben einer regulären Dividende von 40 Cent noch eine Sonderdividende in Höhe von 1,50 Euro je Aktie ausgeschüttet.
1&1 steigerte 2025 seine Erlöse um 1,8 Prozent auf gut 4,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) reduzierte sich jedoch um 9,0 Prozent auf 537,5 Millionen Euro, vor allem wegen gestiegener Vorleistungskosten.
United Internet hatte Ende 2025 sein Telekommunikationsgeschäft ganz in der Tochter 1&1 gebündelt. Dazu hat 1&1 in einem komplexen Deal die Glasfasersparte 1&1 Versatel von United Internet für etwa 1,3 Milliarden Euro übernommen.
Das im Aufbau befindliche Handynetz von 1&1 wird indessen größer. So waren zum Jahreswechsel gut 2.000 Antennen-Standorte aktiv, so der Mobilfunkanbieter. Im vergangenen Jahr seien pro Quartal im Schnitt 300 neue Standorte hinzugekommen, dieses Ausbautempo soll auch dieses Jahr fortgesetzt werden./err/wdw/DP/jha/