LONDON/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Goldpreis
An den Finanzmärkten hat sich die Spekulation auf Zinserhöhungen durch große Zentralbanken spürbar abgeschwächt. Zuvor hatte noch die Aussicht auf steigende Zinsen zur Eindämmung der Inflation infolge des Ölpreisschocks die Nachfrage nach Gold gebremst. Da Gold keine Marktzinsen abwirft, hatten die Anleger mit der Aussicht auf eine höhere Rendite für Staatsanleihen einen Bogen um das Edelmetall gemacht.
Wegen der zunehmenden Risiken für das Wirtschaftswachstum habe die US-Notenbank nur begrenzten Spielraum für Zinserhöhungen, heißt es in einer Einschätzung von Experten der US-Bank JPMorgan. Generell verlagere sich der Fokus an den Finanzmärkten wieder stärker von den Inflationsrisiken hin zu den Wachstumsrisiken. Daher werde Gold wieder stärker in der Funktion als sicherer Anlagehafen nachgefragt.
Im März hat es beim Goldpreis untere anderem durch die Zinsspekulationen den stärksten Monatsverlust seit 2008 gegeben, als die Pleite der US-Bank Lehman Brothers eine große Finanzkrise ausgelöst hatte. Dennoch liegt der Preis für das Edelmetall derzeit immer noch etwa zehn Prozent höher als zu Beginn des Jahres. Ende Januar hatte die Notierung bei knapp 5.600 Dollar ein Rekordhoch erreicht./jkr/jsl/he