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Sanierung bremst Bahnverkehr in Baden - Was man wissen muss

02.04.2026
um 05:24 Uhr

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Erste Fahrplanänderungen, Sperrungen und Zugausfälle gibt es bereits seit vergangenen Samstag - in den kommenden Tagen erreichen die Beeinträchtigungen im Fern- und Nahverkehr wegen der Sanierung der vielbefahrenen Rheintalbahn ihren Höhepunkt. Insgesamt dauern die Osterbauarbeiten bis Montag, 13. April.

Fernverkehr betroffen - ICE-Züge fahren nicht wie gewohnt

Von Karfreitag (3. April) an fahren bis zum 9. April die Fernzüge nicht wie gewohnt. Von Norden her kommende ICEs enden in Baden-Baden, vereinzelt auch in Karlsruhe. Zwischen Baden-Baden und Freiburg fahren Ersatzbusse, der sogenannte Bus A, der die Fahrgäste direkt zwischen den beiden Städten ohne Zwischenhalt hin und her fährt. Betroffen sind die ICE-Linien 12 von Basel nach Berlin, 20 von Basel über Kassel nach Hamburg und 43 von Basel über Köln nach Hamburg. Ab Freiburg fahren Fernverkehrszüge in Richtung Schweiz. Die Reisezeiten verlängern sich durch die Fahrten mit den Bussen nach Bahnangaben um etwa zwei Stunden.

Regionalverkehr stark eingeschränkt

Auch fahren in dieser Zeit auf den Strecken zwischen Achern und Herbolzheim sowie Achern und Haslach wegen der Bauarbeiten keine Regionalzüge von DB Regio. Stattdessen müssen die Fahrgäste ebenfalls in Busse umsteigen: So verkehre der Bus B stündlich zwischen Baden-Baden und Herbolzheim und hält zusätzlich noch in Achern und Offenburg, teilt die Bahn mit. Weitere Buslinien verbinden demzufolge Achern mit Herbolzheim und Achern mit Haslach.

Unter anderem sind die Linien RE 2, RE 7, RB 26, RB 27 sowie die SWEG-Linien RS 1 bis RS 4 und RS 12 betroffen. Auch hier: Zugausfälle und Schienenersatzverkehr. Die SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH sprach von massiven Einschränkungen für die Zeit zwischen Karfreitag und dem 10. April, da der Bahnhof Offenburg in dieser Zeit weder vom Fern- noch vom Nahverkehr angefahren werden könne. Grund ist laut Bahn neue Signaltechnik, die an dem Bahnhof eingebaut werden soll.

Die von der SWEG betriebenen Linien auf den Strecken zwischen Offenburg und Bad Griesbach sowie Appenweier und Offenburg entfallen vollständig. Zudem betrifft die Sperrung einzelne Züge zwischen Offenburg und Achern sowie Offenburg und Biberach (Baden). Stattdessen fahren Ersatzbusse.

Auch die Stadtbahn-Linien der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) sind betroffen: Zwischen 11. und 12. April etwa entfallen die S7 und die SA71 zwischen Achern und Rastatt ganztägig.

Mehr Kapazitäten nach Kritik im vergangenen Jahr

Die Buskapazitäten seien nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr ausgebaut worden, sagte eine Sprecherin der Bahn. Bis zu 90 zusätzliche Busse würden täglich eingesetzt.

Die Haltestellen seien jeweils fußläufig von und zu den Bahnhöfen erreichbar. Auch gebe es an den Schnittstellen der Umstiege zusätzliches Personal, das den Reisenden Auskunft geben beziehungsweise bei Fragen rund um Bus und Bahn behilflich sein könne. Die geänderten Verbindungen seien digital hinterlegt und etwa über die Bahnapp abfragbar.

Bereits im vergangenen Jahr war die Osterzeit für Bahnreisende von erheblichen Behinderungen geprägt gewesen. Es war unter anderem kritisiert worden, dass Busfahrgäste beim Umstieg vom Bus auf sehr volle Regionalzüge umgeleitet wurden.

Baumaßnahmen betreffen neue Signaltechnik und Tunnelarbeiten

Gebaut wird rund um Ostern vor allem an Oberleitungen am Tunnel Rastatt und am Bahnhof Offenburg. Außerdem werden Gleise und Weichen ausgetauscht sowie neue Signal- und Sicherungstechnik verbaut. Die Arbeiten laufen teils rund um die Uhr.

Bei dem milliardenschweren Ausbau der Rheintalbahn wird die Strecke Karlsruhe-Basel nach und nach von zwei auf vier Gleise erweitert. ICE-Züge sollen dadurch erheblich schneller fahren können. Die rund 200 Kilometer lange Strecke ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas./avg/DP/zb