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Autozulieferer ZF will Umbau bis Anfang 2028 schaffen

03.04.2026
um 15:11 Uhr

FRIEDRICHSHAFEN (dpa-AFX) - Nach Krisenjahren, Tausenden gestrichenen Stellen und einem neuerlichen Milliardenverlust im vergangenen Jahr sieht sich der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen auf dem Weg zu besseren Zeiten. Zwar würden 2026 und 2027 noch einmal schwierige Jahre, sagte Vorstandschef des Mathias Miedreich dem "Südkurier". "Wenn wir den jetzt eingeschlagenen Kurs diszipliniert weiterfahren, werden wir Anfang 2028 sagen können, dass wir die Phase der Restrukturierung, des Stellenabbaus, des Sparens und der strikten Schuldenreduzierung hinter uns lassen können."

Fokus auf Schuldenabbau

Man müsse aber wegkommen von ZF als globalem Technologieunternehmen, das zu viele Dinge gleichzeitig mache. "ZF wird künftig wieder in erster Linie ein Automobilzulieferer mit großer Expertise in Antriebsstrang und Chassis sein." Der Fokus des Unternehmens liege zudem auf dem Schuldenabbau und mehr Cashflow. "Der ist nötig, damit wir unsere Kredite zurückzahlen können."

Mit einer Dividende könnten die kommunalen Eigner von ZF im kommenden Jahr noch nicht rechen. "Erst wenn sich unsere finanzielle Stabilität verbessert hat und die Schulden zurückgeführt worden sind, kann ZF wieder zu einer Dividendenmaschine werden", sagte Miedreich der Zeitung.

Verteidigungsbereich wichtiger Baustein

Der Verteidigungsbereich sei für das Unternehmen ein wichtiger Baustein, sagte er. Man wolle dort weiter wachsen, aber kein Rüstungskonzern werden. "Dafür ist das Rüstungsgeschäft mit einem Anteil von etwa einem Prozent an unserem Gesamtumsatz zu klein."

ZF war 2025 vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Schon 2024 hatte der Konzern rote Zahlen geschrieben. Damals betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro.

Der Konzern ist hoch verschuldet. Derzeit steht eine Nettoverschuldung in Höhe von 10,2 Milliarden Euro in den Büchern. ZF ist einer der weltweit größten Automobilzulieferer. Der Konzern gehört zu 93,8 Prozent der Zeppelin-Stiftung, die vom Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafens geführt wird. Das Unternehmen leidet wie viele andere unter der schwachen Konjunktur und der mauen Nachfrage - vor allem nach E-Autos./avg/DP/he