FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erneute Schließung der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus hat am Montag für klare Verluste am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
Die Situation im Nahen Osten bleibt unverändert schwierig. Nachdem der Iran vor dem Wochenende die Öffnung der Meerenge bis zur restlichen Dauer der Waffenruhe am Mittwoch angekündigt hatte, nahm er dies tags darauf wieder zurück. Für Spannungen sorgt vor allem die Seeblockade der Vereinigten Staaten in der Straße von Hormus. Dort hatte die US-Marine am Sonntag einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hatte.
Am Nachmittag sagte US-Präsident Donald Trump, dass eine Verlängerung des Waffenstillstandes "sehr unwahrscheinlich" sei. Ferner werde er die Straße von Hormus nicht vor Unterzeichnung eines Deals öffnen. Gleichwohl kündigte er an, dass sich Vizepräsident JD Vance an diesem Montag auf den Weg zu weiteren Verhandlungen nach Pakistan mache.
Mit einem Abbruch der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien schwinde die Motivation der Anleger für Aktienkäufe, konstatierte Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets. "Die Waffenruhe ist de facto nur auf dem Papier vorhanden und die vielen kleinen Brandherde in der Region und dem Iran lassen sich kaum vollständig kontrollieren und löschen. Die Situation bleibt somit verworren und kaum berechenbar", so Lipkow.
Größte Verlierer waren europaweit wieder einmal Aktien der Reise- und Freizeitbranche, gefolgt von Papieren aus den Branchen Banken und Industriegüter sowie aus dem Autosektor. Die Anteilscheine von Tui
Deutsche Autoaktien gaben angesichts des Ölpreisanstiegs allesamt nach, wobei die Anteilscheine des Autobauers VW
Aktien aus der Energiebranche legten unterdessen europaweit wieder zu. Hierzulande gewannen RWE
SAP
Wacker Chemie
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---