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Köhlbrandbrücke wird repariert und gewartet - Vollsperrung

15.05.2026
um 06:24 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Mit einer dreitägigen Vollsperrung beginnen am Abend um 21.00 Uhr mehrwöchige Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Köhlbrandbrücke. Am kommenden Montagmorgen soll der Verkehr ab 5.00 Uhr zunächst wieder freigegeben werden, wie die Hamburger Hafenverwaltung HPA mitteilte. Allerdings bleibt die Brücke nur einspurig befahrbar, und zwar auf der Südseite im Gegenverkehr.

Am folgenden Wochenende vom 22. bis 25. Mai wird die Köhlbrandbrücke erneut voll gesperrt. Im Anschluss daran soll der Verkehr im Gegenverkehr einspurig über die Nordseite rollen. Diese Einschränkung bleibt bis zum 31. Mai (22.00 Uhr) bestehen.

Nur zwei Wochen später, am Wochenende 12. bis 15. Juni, folgt eine dritte Vollsperrung der Brücke. In diesem Jahr sind noch drei weitere Vollsperrungen geplant, zwei im September und eine im Oktober. Der Verkehr wird jeweils über die rund zwei Kilometer weiter südlich gelegene Kattwykbrücke umgeleitet.

Brücke seit 1. Mai für Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt

Die für den Hafen wichtige Köhlbrandbrücke wird täglich von rund 32.000 Fahrzeugen genutzt. Seit 2012 gilt auf der Brücke bereits ein Überholverbot für Lastwagen, Anfang 2019 ordnete die HPA zudem ein Abstandsgebot für Lkw von 50 Metern an. Dennoch haben die jüngsten Bauwerksprüfungen nach Angaben des Senats gezeigt, dass sich verstärkt Risse an Schweißnähten und im Beton bilden.

Darum ist die Brücke seit Anfang Mai für genehmigungspflichtige Schwertransporte über 44 Tonnen gesperrt. Ziel ist es, bis zur Inbetriebnahme eines Ersatzbauwerks den Weiterbetrieb der Brücke für den Güterverkehr aufrechtzuerhalten. Einschränkungen für Fahrzeuge mit einem Gewicht von unter 44 Tonnen ergeben sich daraus nicht.

Schwertransporte auf Binnenschiffe und Bahn verlagern?

Von der Hafenwirtschaft war die neue Einschränkung für Schwertransporte als gravierend und dramatisch bewertet worden. Der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg, Rainer Fabian, erklärte nun aber: "Nach dem ersten Schock arbeiten alle Beteiligten mit Hochdruck an Lösungen, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten." Nach Angaben von Fabian wird als Alternative zum Straßentransport auch eine stärkere Nutzung von Binnenschiffen und der Hafenbahn geprüft.

Der Verbandspräsident forderte eine Beschleunigung des Ersatzneubaus. Der Senat geht von einer Fertigstellung der neuen, 20 Meter höheren Köhlbrandbrücke Ende der 2030er-Jahre aus.

Nach Ansicht von Fabian wäre auch ein schneller Baustart der A26-Ost hilfreich, damit eine weitere Elbquerung zur Verfügung stehe. Allerdings hatte das Bundesverwaltungsgericht den Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt der knapp zehn Kilometer langen "Hafenpassage" im Oktober vergangenen Jahres für teilweise rechtswidrig erklärt. Die Projektgesellschaft Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) hofft auf einen Baubeginn im nächsten Jahr./bsp/DP/zb