FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro
Der Euro wurde aus Sicht der Helaba zuletzt durch die in den USA zunehmende Zinserhöhungserwartung belastet. Das konjunkturelle Umfeld in den Vereinigten Staaten liefere derzeit wenig Gründe, die Geldpolitik zu lockern. Das technische Bild für den Euro trübe sich zusehends ein und gebe kaum Grund für Optimismus, betonen die Experten. So ist die Industrieproduktion in den USA im April stärker gestiegen als von Volkswirten erwartet.
Gestützt wurde der Dollar auch durch die steigenden Ölpreise. Im Gegensatz zu der Eurozone verfügen die USA über große Vorkommen. Öl wird in Dollar gehandelt und steigende Preise für den Rohstoff führen so zu einer wachsenden Nachfrage nach der US-Währung. Zudem bleibt der Dollar als Weltleitwährung gefragt.
Erneut unter Druck geraten ist das britische Pfund. Neben der Dollar-Stärke belastet die politische Unsicherheit. Für den britischen Premierminister Keir Starmer wird es eng. Seit Monaten wächst der Druck auf den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei - und nun ist er so groß wie selten zuvor. Der Premier lehnt einen Rücktritt zwar beharrlich ab. Ob er gestürzt werden kann, ist ungewiss.
"Für das Pfund sind das schlechte Nachrichten, da ein möglicher Nachfolger wohl eher dem linken Flügel der Labour-Partei zuzuordnen sein dürfte", kommentierte Commerzbank-Experte Michael Pfister. "In einem solchen Fall würde der Markt wieder daran zweifeln, dass die Regierung den öffentlichen Haushalt konsolidieren wird." Laut Pfister dürften dem Pfund "schwierige Tage" bevorstehen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87050 (0,86618) britische Pfund, 184,36 (184,83) japanische Yen und 0,9144 (0,9150) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.555 Dollar. Das waren 96 Dollar weniger als am Vortag./he