FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer zurückhaltenderen Einstufung durch die UBS sind die zuletzt erholten Aktien von Wacker Chemie
Der UBS-Experte Christian Bell hatte sein Kursziel auf 104 Euro hochgeschraubt, seine Kaufempfehlung aber nach dem guten Lauf der Aktien gestrichen. Wacker-Papiere waren im März in den ersten Wochen des Iran-Kriegs auf ein Jahrestief von fast 62 Euro abgesackt, hatten sich dann aber fulminant erholt bis auf 104,70 Euro. Das war das höchste Niveau seit Sommer 2024. Sie liefen damit dem ebenfalls starken europäischen Chemiesektor
Die Anleger setzten damit auf eine Sonderkonjunktur der Branche angesichts der Verwerfungen durch den Krieg in Nahost - dank höherer Preise und geringerer Konkurrenz aus Asien aufgrund der schwierigen Transportwege. Einige Analysten wie Chetan Udeshi von JPMorgan hatten diesbezüglich aber jüngst bereits Wasser in den Wein gegossen. Er geht davon aus, dass die strukturellen Probleme der Branche wieder in den Fokus rücken werden. Bei Wacker Chemie weicht er besonders stark von den Markterwartungen nach unten ab. Sein Kursziel liegt nur bei 60 Euro.
UBS-Experte Bell ist nicht ganz so skeptisch, aber auch er hält weiteren Spielraum für begrenzt. Die Berechenbarkeit des Timings und Ausmaßes einer weiteren Gewinnerholung sei schwierig und die Aktien seien vor diesem Hintergrund zunächst fair bewertet./ag/edh/stk