FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Branchenstudie der US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Aktien der Chemieunternehmen am Montag belastet. Analystin Georgina Fraser geht von einem neuerlichen Abschwung für Europas Chemiebranche aus. Die Expertin nahm insgesamt sieben Umstufungen vor. Bei den deutschen Werten wurde Fraser für Evonik
Bislang hatte Goldman-Sachs-Analystin Fraser auf eine Sonderkonjunktur im Zuge des Nahost-Kriegs gesetzt. Eine vorteilhafte Preisentwicklung und Bewegung bei den Marktanteilen hätten die Nachfrageschwäche überdecken können. Nun ist Fraser aus zwei Gründen aber wieder vorsichtiger geworden: Der aktuelle Nachfragerückgang sei deutlicher und schneller gekommen als gedacht. Außerdem hätten stärkerer Exportdruck aus China und eine höhere Flexibilität bei der Verwendung von Rohstoffen einen Großteil der vermeintlichen Marktchancen der europäischen Chemiekonzerne wieder "aufgefressen".
Frasers Schätzungen seien mittlerweile geprägt von Preisen zulasten der Absatzvolumina und geringeren Chancen auf Verbesserung der Profitabilität. In der Branche seien die Fähigkeiten sehr unterschiedlich verteilt, wie gut mit schwächerer Nachfrage und höheren Kosten umgegangen werden könne. Die Analystin bevorzugt daher defensivere Werte mit Preismacht. Wegen der zyklischen Risiken sieht sie aber nur wenige Kaufgelegenheiten.
Unter anderem bei BASF hielt sie an ihrer Kaufempfehlung fest, weil ihre Schätzungen für den operativen Gewinn 2027 hier am deutlichsten über dem Konsens lägen. Die BASF-Aktien büßten im Dax
Die größten Abweichungschancen sieht die Goldman-Expertin bei Zulieferern der Konsumgüterindustrie wie dem Aromenhersteller Symrise. Fraser setzt allerdings auf den Konkurrenten Givaudan
Insgesamt hielt sich der europäische Chemiesektor