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Aktien Frankfurt: Dax dämmt Verluste ein

08.06.2026
um 14:36 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Montag von seinen deutlichen Anfangsverlusten weitgehend erholt und moderat im Minus tendiert. Zunächst hatten US-Zinsängste und der sich wieder zuspitzende Krieg zwischen Israel und dem Iran der hiesigen Börse zu schaffen gemacht.

Der Dax notierte zuletzt 0,3 Prozent tiefer bei 24.681 Punkten, nahe der 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Der MDax mit den mittelgroßen Börsenunternehmen verlor am Montagnachmittag 0,6 Prozent auf 32.277 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,1 Prozent nach unten.

Die US-Börsen hatten am Freitag - angeführt von einem massiven Abverkauf bei den Technologiewerten - stark nachgegeben. Auslöser dafür waren unerwartet gute US-Arbeitsmarktdaten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar von ActivTrades.

Zudem belastete die erneute Eskalation im Krieg zwischen dem Iran und Israel. Beide Länder überzogen sich erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit heftigen Angriffen. Damit drohten die Hoffnungen auf eine von US-Präsident Donald Trump angestrebte Vereinbarung zur Beilegung des Konflikts zunichtegemacht zu werden. Der Iran kündigte am Nachmittag an, die Angriffe wieder einzustellen. Trump versicherte, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde.

Die angespannte Lage in Nahost sorgte bei Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor für überdurchschnittliche Verluste. Die Papiere von Airbus , Tui und Lufthansa verzeichneten Abschläge zwischen 0,8 und 1,5 Prozent.

Die zinssensiblen Immobilienwerte wurden aufgrund der zunehmenden Zinsangst am meisten gemieden. So verbuchten die Aktien von Vonovia , TAG , Aroundtown und LEG Kursabschläge zwischen 2,1 und 3,5 Prozent.

Nach dem jüngsten Ausverkauf unternahmen die Papiere aus dem Halbleitersektor einen Stabilisierungsversuch. Infineon stiegen als Dax-Spitzenreiter um 2,2 Prozent, nachdem sie zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten und um bis zu 16 Prozent von ihrem zuletzt erreichten Hoch seit dem Jahr 2000 abgesackt waren. Die Titel der Chipausrüster Aixtron , Siltronic und PVA Tepla gewannen zwischen 2,1 und 3,4 Prozent.

Die Chemiewerte litten unter einer Analystenstudie. Lanxess als MDax-Schlusslicht verbuchten Abgaben von 5,9 Prozent, BASF von 3,2 Prozent. Analystin Georgina Fraser von der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte einige Branchenaktien abgestuft, da sie einen neuerlichen Abschwung für Europas Chemiebranche befürchtet.

Die Aktien von CTS Eventim büßten 3,4 Prozent ein. Die Investmentbank Exane BNP hatte die Titel des Ticketvermarkters und Veranstalters auf "Underperform" abgestuft.

Die Titel der Porsche AG reagierten mit einem Kursplus von 3,0 Prozent auf eine Kaufempfehlung der UBS. Der Turnaround des Sportwagenbauers zu alter Stärke dürfte zwar noch Jahre dauern, jetzt sei allerdings der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen, schrieb Analyst Patrick Hummel./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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