FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwoch nach gestiegenen Ölpreisen etwas nachgegeben. Der richtungweisende Euro-Bund-Future
Die erneut gestiegenen Ölpreise belasteten die Anleihen etwas. Nach gegenseitigen Angriffen hat US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut gedroht. "Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!", schrieb Trump am Nachmittag auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern. Die anziehenden Ölpreise stützten die Inflationserwartungen.
Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus und die damit verbundenen Inflationsgefahren haben zuletzt die Erwartung höherer Leitzinsen geschürt. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte daher an diesem Donnerstag ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben.
Die am Nachmittag veröffentlichten Verbraucherpreisdaten aus den USA bewegten den deutschen Anleihemarkt wenig. Die Folgen des Iran-Kriegs haben die Inflation in den USA weiter angeheizt und die Jahresinflationsrate im Mai auf 4,2 Prozent getrieben. Der Anstieg lag jedoch im Rahmen der Erwartungen.
"Da die Tankstellenpreise im bisherigen Verlauf des Monats Juni nachgegeben haben, sollte damit bereits der Hochpunkt bei der jährlichen Inflationsrate erreicht sein", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. "Dies könnte die US-Notenbank veranlassen, trotz der jüngst starken Entwicklung am US-Arbeitsmarkt bis auf Weiteres von Leitzinserhöhungen abzusehen."/jsl/men