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Aktien Frankfurt: KI-Korrektur belastet den Dax - Ursprung in Asien

23.06.2026
um 14:43 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax ist am Dienstag wieder klar unter die Marke von 25.000 Punkten gesunken. Erneut gelang es dem Leitindex nicht, einen Sprung über die Tausendermarke zu bestätigen. Eine von den Asien-Börsen ausgehende Korrektur bei Profiteuren des Megatrends der Künstlichen Intelligenz sorgte im Technologiebereich für Katerstimmung. Dies zeigte sich vorbörslich auch in New York.

Am Nachmittag büßte der Dax ein Prozent auf 24.890 Punkte ein, nachdem er am Montag mit 25.176 Punkten ein Hoch seit Anfang Juni erreicht und sich seinem Rekord genähert hatte. Der MDax fiel am Dienstag um 1,5 Prozent auf 32.080 Zähler. In Asien waren die Gewinnmitnahmen zuvor so heftig gewesen, dass der Handel in Südkorea zeitweise ausgesetzt wurde. In New York steuert der Nasdaq 100 auf einen fast drei Prozent hohen Abschlag zu.

"Wir sehen einen in höchstem Maße stimmungsgetriebenen Handel. Gerade in der Nähe von Rekordnotierungen werden Anleger schnell nervös, wenn sich die Rally dann nicht direkt mit Schwung nach oben fortsetzt", schrieb der Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank. Im Tech-Sektor äußere sich dies bei dem Rekord-Börsengang SpaceX , dessen Kurs vorbörslich wieder zeitweise das Niveau zum Börsenstart erreichte.

Europäische Werte mit viel eingepreister KI-Fantasie folgten am Morgen der internationalen Entwicklung. Im Energietechnik-Bereich galt dies für Siemens Energy und den frisch in den Dax aufgestiegenen Baukonzern Hochtief mit Abgaben, die bis zu sechs Prozent groß waren. Beide Aktien waren in den vergangenen Monaten starke Profiteure der gigantischen Investitionen in Rechenzentren.

Besonders stark waren die Rückschläge aber im globalen Chipsegment, aus dem hierzulande Infineon mehr als fünf Prozent an Wert einbüßten. Sie kamen damit von ihrem 26-Jahreshoch zurück. Für die Titel der Halbleiter-Branchenausrüster Suss Microtec , Aixtron und PVA Tepla ging es um bis zu elf Prozent bergab.

Die Messlatte im Chipbereich hängt laut Stanzl hoch. Daher richte sich der Blick bereits auf die am Mittwochabend erwarteten Resultate von Micron . "Die Zahlen des Chipherstellers dürften zu einem Stresstest für den gesamten Sektor werden", betonte der Consorsbank-Experte. Angesichts einer Vervierfachung der Micron-Aktien in diesem Jahr würden wohl "nur noch allerbeste Quartalszahlen" akzeptiert.

Abseits der Tech-Werte rückte RWE in den Fokus. Wie zuletzt schon spekuliert, will der Energiekonzern die Mehrheit am Übertragungsnetzbetreiber Amprion übernehmen. Eine dafür erforderliche Kapitalerhöhung stand dem eigentlich positiven Feedback von Analysten gegenüber. Die Aktien bewegten sich zuletzt mit 1,3 Prozent im Minus.

Bei Vonovia lastete auch eine Finanzierungsmaßnahme auf dem Kurs. Eine Wandelanleihe zog bei dem Wohnimmobilien-Konzern einen Abschlag von 2,8 Prozent nach sich. Üblicherweise müssen Anleger dabei einen Verwässerungseffekt befürchten, wenn die Anleihen später in Aktien gewandelt werden.

Gewinner waren allgemein rar in der Dax-Familie. Robust entwickelten sich Werte aus defensiven Bereichen wie etwa Telekommunikation oder Gesundheit. Das Index-Schwergewicht SAP sorgte im Dax mit einer Erholung um 2,5 Prozent für ein nicht ausreichendes Gegengewicht. Software-Aktien hatten sich zuletzt konträr zum Tech-Sektor sehr schwach entwickelt aus Sorge vor einer Bedrohung durch KI.

Im MDax hoben sich die DWS -Titel mit fast sechs Prozent Plus positiv ab. Der Analyst Arnaud Giblat von der Investmentbank Exane BNP stufte die Aktien des Fondsanbieters wegen einer verbesserten Geschäftsdynamik auf "Outperform" hoch. Mit seinem Kursziel von 74 Euro liegt der Experte deutlich über dem bisherigen Rekord von 65,80 Euro, der am Dienstag in der Spitze nochmals eingestellt wurde./tih/jha/

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