FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein optimistischer Analystenkommentar hat die DWS
Analyst Arnaud Giblat von der französischen Bank Exane BNP Paribas hob in Erwartung eines starken Quartalsberichts sein Kursziel kräftig von 58 auf 74 Euro an und stufte in der Folge die Aktie von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Die Geschäftsdynamik habe stark angezogen und das zweite Jahresviertel dürfte als Katalysator für die Aktie wirken, schrieb er. Seine Ergebnisprognosen (EPS) für die Jahre 2026 bis 2028 hob er um 7 bis 13 Prozent an, wobei seine EPS-Schätzung für das kommende Jahr 14 Prozent über dem Konsens liegt.
Für das zweite Quartal, über das die DWS am 29. Juli berichten will, rechnet Giblat damit, dass die Basisgebühren deutlich zugelegt haben, sich weiter beschleunigen, und so das stärkste Wachstum seit vier Jahren verzeichnen dürften. Für 2026 geht er davon aus, dass die DWS das Jahr mit einem Rekord-Überschuss von 1,5 Milliarden Euro beenden wird und erinnerte daran, dass die Deutsche-Bank-Tochter diesen dann ausschütten wolle, sofern er nicht für Zukäufe genutzt wird. "Es gibt eine reale Chance einer 1,1 Milliarden Euro hohen Sonderdividende, die dann gezahlt werden kann", schrieb er und verwies darauf, dass die DWS "ein struktureller Nutznießer der Entwicklungen hin zu ETF, dem Wachstum von Neobrokern und der deutschen Rentenreform" sei.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Analyst Quentin de Villeneuve von Baader Europe die DWS in hohen Tönen gelobt. In früheren Baader-Analysen seien Vorwürfe wegen Greenwashing und daraus resultierende Rechtsstreitigkeiten die größten Belastungsfaktoren für die Aktie gewesen. In den vergangenen drei Jahren habe sich jedoch vieles verändert. "Der 2022 ernannte CEO hat seine auf drei Jahre ausgelegte Strategie erfolgreich umgesetzt" und 2025 dann für die kommenden drei Jahre ein "beeindruckendes Ergebniswachstum (EPS) von 10 bis 15 Prozent prognostiziert".
Vor allem die im Frühjahr 2026 verabschiedete Ergänzung der deutschen Altersvorsorge um ein kapitalgedecktes System stelle für heimische Vermögensverwalter einen massiven, dauerhaften finanziellen Schub dar. Von dem werde auch die DWS als einer der führenden Vermögensverwalter im Privatkundengeschäft in Europa profitieren, erwartet er.
Goldman-Analyst Oliver Carruthers dagegen hatte am selben Tag der Veröffentlichung der Baader-Studie die DWS-Aktie von "Neutral" auf "Sell" abgestuft. Er hält den starken Geschäftsverlauf für eingepreist. Zudem habe Bewertung inzwischen das obere Ende der historischen Range erreicht. Carruthers sieht außerdem erste Schwächesignale in wichtigen Geschäftsbereichen der Fondsgesellschaft: Im Bereich passive Anlagen sinke der Marktanteil, und die Mittelzuflüsse im Bereich alternative Anlagen hält er weiterhin für recht mau./ck/ag/jsl/jha/