FRANKFURT/PARIS/SEOUL/NEW YORK (dpa-AFX) - Das Kursfeuerwerk bei Micron
In Europa bahnt es sich nun ebenfalls an, dass die Micron-Zahlen nach dem jüngsten Branchen-Rückschlag die KI-Fantasie der Anleger wieder beleben - anders, als es vor einigen Wochen noch bei Broadcom
Laut dem Marktexperten Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets ist nachbörslich in den USA eine Welle der Erleichterung über die Finanzmärkte gefegt. "Die Quartalszahlen von Micron Technology haben selbst die kühnsten Erwartungen noch in den Schatten gestellt und sorgen im Technologiesektor rund um den Globus für Begeisterung", schrieb der Experte am Morgen. Davon profitierten die Branchenwerte sehr viel deutlicher als der eher verhaltene Dax
Bei Micron treibt der KI-Boom die Geschäfte des US-Speicherchip-Spezialisten weiter kräftig an. Sowohl die Quartalszahlen als auch der Ausblick auf das laufende Quartal lägen weit über den Erwartungen, schrieb JPMorgan-Experte Harlan Sur am Donnerstag in einer ersten Reaktion. Noch beeindruckender bewertete Sur aber eine deutliche Aufstockung langfristiger Verträge mit Schlüsselkunden. James Schneider von Goldman Sachs schrieb dazu, nun sei etwa die Hälfte der langfristigen Umsatzerwartungen von Micron in trockenen Tüchern. Sur ergänzte, Micron werde damit von einem zyklischen Hersteller zu einem mehrjährig abgesicherten Zulieferer.
Im Vorfeld der Micron-Zahlen war in den vergangenen Tagen eine Welle von Gewinnmitnahmen über Chipwerte eingebrochen. Unter Anlegern war es noch in aller Munde, dass Broadcom erst Anfang Juni eine solche in Gang gesetzt hatte, die dann aber ein paar Tage länger andauerte. Sorgen vor Übertreibungen waren auch jetzt wieder hochgekocht.
Laut dem Consorsbank-Experten Jochen Stanzl zerstreut Micron aber nun "jegliche Zweifel daran, dass der Speicherchipzyklus zu Ende oder die KI-Rally einen Hochpunkt erreicht haben könnte". Vor diesem Hintergrund schossen außerbörslich auch die Kurse großer US-Speicherhersteller wie Sandisk