FRANKFURT (dpa-AFX) - Die USA dominieren mit dem KI-Boom die Riege der wertvollsten Börsenkonzerne der Welt - und Deutschland fällt zurück. Nur Siemens
Die USA profitieren von ihren starken Techkonzernen und der Euphorie um Künstliche Intelligenz. Acht der zehn wertvollsten Unternehmen der Welt kommen aus Amerika - darunter Neuzugang SpaceX
Nvidia
Angeführt wird das Ranking vom Chiphersteller Nvidia, dessen Börsenwert zum Stichtag 30.6. bei rund 4,8 Billionen Dollar lag. Es folgen die Google
Unter den Top 100 kommen allein 56 Unternehmen aus den USA. Es folgen China mit zwölf sowie Großbritannien und Japan (je fünf). "Wir erleben derzeit eine historische Verschiebung der Kräfteverhältnisse an den Weltbörsen", sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. "Unternehmen, denen Anleger eine führende Rolle in der KI-Wertschöpfungskette zutrauen, werden mit enormen Bewertungsaufschlägen belohnt." Das gelte für Chipkonzerne, Plattformanbieter sowie Anbieter von Clouds und Rechenzentren.
Auch wenn Warnungen vor einer KI-Blase gebe: "Europa muss aufpassen, bei einer Schlüsseltechnologie nicht erneut strukturell ins Hintertreffen zu geraden." Zentrale Bremsfaktoren seien die zersplitterten Kapitalmärkte in Europa und eine schwächere Risikokapitalkultur.
Deutschland ökonomischer Riese, aber Börsenzwerg
Auch Deutschland gelinge es zu selten, Wachstumsfirmen an die Börse zu bringen und zu Tech-Champions zu entwickeln. "Dass Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt nur noch mit einem Unternehmen in den Top 100 vertreten ist, muss uns Sorgen machen", sagt Ahlers. 2007 waren es laut EY noch sieben deutsche Konzerne.
Deutschland sei stark in industrieller Exzellenz und Ingenieurkompetenz, doch an der Börse werde derzeit vor allem Tech-Kompetenz honoriert. Auch die Krise der Autoindustrie wirke sich aus - die Aktien der deutschen Hersteller stehen unter Druck.
Dennoch gebe es Positivbeispiele: So kletterte Siemens Energy