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AKTIEN IM FOKUS 2: Chip- und KI-Werte mit Erholungsversuch - Asien legt vor

03.07.2026
um 11:55 Uhr

(neu: Kurse, Experten und Details)

FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK (dpa-AFX) - Im asiatischen Handel hat am Freitag eine Erholung bei Chipwerten begonnen, die sich auch nach Europa erstreckt. Nachdem sich die US-Börse Nasdaq 100 am Vortag noch sehr schwach in das verlängerte Wochenende verabschiedet hatte, konnten die zuletzt heftig abgerutschten KI-Profiteure in Fernost zu Wochenschluss wieder deutlich zulegen. Die Intensität von Rückschlägen und anschließenden Erholungen spricht aber für eine immense Nervosität der Anleger.

Der Marktbeobachter Stephen Innes sprach von Eindeckungen durch Anleger, die bei Chipwerten auf fallende Kurse spekuliert hatten. An der koreanischen Börse zeige sich, "wie schnell ein überdehntes Gummiband zurückschnellen kann, wenn sich alle Marktteilnehmer in dieselbe Richtung positionieren". Der südkoreanische Kospi schnellte am Freitag um fast sechs Prozent hoch, nachdem er sich insgesamt fast 19 Prozent von seinem Mitte Juni aufgestellten Rekordhoch entfernt hatte.

Die Titel von SK Hynix hatten in jüngster Zeit sogar mehr als 30 Prozent verloren und holten davon am Freitag mehr als zehn Prozent wieder auf. Experte Jim Reid von der Deutschen Bank verwies außerdem auf einen starken Anstieg bei Samsung Electronics , nachdem Berichte über Gespräche mit dem KI-Plattformanbieter Anthropic zur Fertigung eines maßgeschneiderten KI-Chips bekannt wurden.

In Deutschland kam der Rückenwind bei Infineon mit einem Anstieg um 1,4 Prozent an. Im Chip-Zuliefer- und Ausrüsterbereich war die Erholung hierzulande teilweise etwas ausgeprägter bei Aixtron , Siltronic , Suss Microtec , PVA Tepla sowie LPKF .

Aktien von US-Branchengrößen wie Micron oder die in New York notierten Speicherhersteller Sandisk und Western Digital sind zu Wochenschluss im deutschen Tradegate-Handel auch schon wieder begehrt. In New York pausiert am Freitag die Börse wegen der anstehenden Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der USA.

Zuletzt war die Sorge wieder größer geworden, dass die KI-getrieben Rekordrally übertrieben wurde - zunächst wegen Bedenken vor einem zunehmenden Kostendruck durch steigende Chippreise und dann noch wegen neuer Sorgen, dass es überschüssige Rechenkapazitäten geben könnte. Dazu beigetragen hatten am Vortag Spekulationen, dass der Social-Media-Konzern Meta diese an den Markt weiterverkaufen will.

Laut der Helaba macht eine mögliche KI-Blase schon wieder die Runde. Die Landesbank kommt aber zu dem Fazit, dass die Situation "nur auf den ersten Blick blasenverdächtig" sei. Das Thema bringe zwar alles dafür mit, laut dem Aktienmarktstrategen Markus Reinwand sind jedoch von sechs Kriterien höchstens drei erfüllt. "Das aus unserer Sicht wichtigste Indiz für eine Überhitzung, nämlich eine extrem hohe Bewertung, ist im Technologiesektor derzeit nicht zu beklagen".

Anleger sollten laut Reinwand aber wachsam bleiben. "Gerade in den Bereichen, die bislang stark von Investitionen rund um das Thema Künstliche Intelligenz profitiert haben, sollte das Gewinnwachstum nicht einfach fortgeschrieben werden", gibt er zu bedenken. "Außerdem wäre es ungewöhnlich, wenn es bei einer derartigen technologischen Revolution nicht auch zu Überinvestitionen und Fehlallokationen kommen würde.

Auf Gesamtmarktebene sind laut Reinwand kräftig zulegende Unternehmensgewinne notwendig, um die Bewertungen zu rechtfertigen. Dies sei aber keine ausgemachte Sache. Mittelfristig glaubt er aber, dass die KI-Vorteile auch in anderen Wirtschaftszweigen ankommen. Diese Einschätzung teilt die Pimco-Ökonomin Tiffany Wilding: "Auf lange Sicht könnte die KI deflationär wirken, wenn sie die Produktivität steigert, das effektive Angebot erweitert und die Lohnstückkosten senkt"./tih/ag/jha/

Aixtron SE

WKN A0WMPJ ISIN DE000A0WMPJ6

Infineon Technologies AG

WKN 623100 ISIN DE0006231004

Micron Technology Inc.

WKN 869020 ISIN US5951121038

SAMSUNG ELECTRONICS CO. LTD.

WKN 888322 ISIN KR7005930003