(neu: Kurse, Experten und Details)
FRANKFURT/SEOUL/NEW YORK (dpa-AFX) - Im asiatischen Handel hat am Freitag eine Erholung bei Chipwerten begonnen, die sich auch nach Europa erstreckt. Nachdem sich die US-Börse Nasdaq 100
Der Marktbeobachter Stephen Innes sprach von Eindeckungen durch Anleger, die bei Chipwerten auf fallende Kurse spekuliert hatten. An der koreanischen Börse zeige sich, "wie schnell ein überdehntes Gummiband zurückschnellen kann, wenn sich alle Marktteilnehmer in dieselbe Richtung positionieren". Der südkoreanische Kospi
Die Titel von SK Hynix
In Deutschland kam der Rückenwind bei Infineon
Aktien von US-Branchengrößen wie Micron
Zuletzt war die Sorge wieder größer geworden, dass die KI-getrieben Rekordrally übertrieben wurde - zunächst wegen Bedenken vor einem zunehmenden Kostendruck durch steigende Chippreise und dann noch wegen neuer Sorgen, dass es überschüssige Rechenkapazitäten geben könnte. Dazu beigetragen hatten am Vortag Spekulationen, dass der Social-Media-Konzern Meta diese an den Markt weiterverkaufen will.
Laut der Helaba macht eine mögliche KI-Blase schon wieder die Runde. Die Landesbank kommt aber zu dem Fazit, dass die Situation "nur auf den ersten Blick blasenverdächtig" sei. Das Thema bringe zwar alles dafür mit, laut dem Aktienmarktstrategen Markus Reinwand sind jedoch von sechs Kriterien höchstens drei erfüllt. "Das aus unserer Sicht wichtigste Indiz für eine Überhitzung, nämlich eine extrem hohe Bewertung, ist im Technologiesektor derzeit nicht zu beklagen".
Anleger sollten laut Reinwand aber wachsam bleiben. "Gerade in den Bereichen, die bislang stark von Investitionen rund um das Thema Künstliche Intelligenz profitiert haben, sollte das Gewinnwachstum nicht einfach fortgeschrieben werden", gibt er zu bedenken. "Außerdem wäre es ungewöhnlich, wenn es bei einer derartigen technologischen Revolution nicht auch zu Überinvestitionen und Fehlallokationen kommen würde.
Auf Gesamtmarktebene sind laut Reinwand kräftig zulegende Unternehmensgewinne notwendig, um die Bewertungen zu rechtfertigen. Dies sei aber keine ausgemachte Sache. Mittelfristig glaubt er aber, dass die KI-Vorteile auch in anderen Wirtschaftszweigen ankommen. Diese Einschätzung teilt die Pimco-Ökonomin Tiffany Wilding: "Auf lange Sicht könnte die KI deflationär wirken, wenn sie die Produktivität steigert, das effektive Angebot erweitert und die Lohnstückkosten senkt"./tih/ag/jha/