Ölpreise geringfügig gefallen
LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag ein wenig nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August wurde bei 72,00 US-Dollar gehandelt. Damit kostete die globale Referenzsorte 0,12 Prozent weniger als am Freitag.
Saudi-Arabien hat die größten Preissenkungen seit Jahren vorgenommen und gewährte einen seltenen Rabatt auf sein Arab-Light-Rohöl. Händler sehen darin ein Zeichen für den wachsenden Wettbewerb, da die Lieferungen aus dem Persischen Golf wieder anlaufen. Im vergangenen Monat brachen die Preise für Rohöl weltweit ein, als immer mehr Tanker die Straße von Hormus passierten.
Die Öl-Notierungen haben bisher kaum auf die neuesten Nachrichten von Opec+ reagiert. Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, will das Ölkartell mehr Öl in den Markt pumpen. Im August werde die Produktion um täglich 188.000 Barrel (je 159 Liter) ausgeweitet, teilte eine Kerngruppe aus sieben Staaten mit. Zugleich behielten sich die Länder vor, den Produktionszuwachs je nach Marktsituation zu beschleunigen, auszusetzen oder rückgängig zu machen, hieß es.
Im zweiten Quartal war der zwischenzeitlich stark gestiegene Preis für Brent-Rohöl am Ende um 30 Prozent gefallen, nachdem Washington und Teheran ein vorläufiges Friedensabkommen geschlossen hatten. Dieses machte den Weg für eine zügige, wenn auch noch unvollständige Normalisierung des Verkehrs durch die Straße von Hormus frei. Vor diesem Hintergrund gehen nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg mehrere Wall-Street-Banken davon aus, dass die Preise in der zweiten Jahreshälfte weiter fallen könnten. Experten von Citigroup halten einen Rückgang bis auf 60 US-Dollar je Barrel bis zum Jahresende für möglich.
OPEC-Länder, die besonders stark unter dem Krieg gelitten haben, seien nun beim Wiederaufbau ihrer Produktion und Ausfuhren, schrieben Analysten von RBC Capital Markets in einer Studie. Allerdings gebe es nur eine geringe Bereitschaft, einen von der Angebotsseite ausgelösten Preissturz zu riskieren./jsl/he