(neu: Schlusskurs ergänzt)
NEW YORK (dpa-AFX) - Der mit Spannung erwartete Börsenstart von SK Hynix
Es dauerte nach Handelsbeginn zwei Stunden, bis der erste Kurs ermittelt werden konnte. Das Branchenschwergewicht gab nach Angaben der US-Börsenaufsicht SEC knapp 178 Millionen sogenannte Hinterlegungsscheine (American Depositary Receipt, ADR) aus. Hierbei handelt es sich um von US-Banken ausgegebene Papiere, die den Handel mit ausländischen Aktien in US-Dollar ermöglichen. Die 26,5 Milliarden Dollar schwere Platzierung war Berichten zufolge um ein Vielfaches überzeichnet.
Der Schritt der Südkoreaner gilt als Lackmustest für die Bereitschaft von Investoren, weiterhin auf die Wachstumschancen rund um Künstliche Intelligenz zu setzen. "Der Börsengang des Chip-Herstellers SK Hynix bestärkt die Zuversicht, dass der Investmentzyklus im Segment Künstliche Intelligenz intakt ist", hatte Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank im Vorfeld des Ereignisses geschrieben.
Investoren hatten diese Wachstumschancen in Relation zu hohen Bewertungen zuletzt vermehrt infrage gestellt. Die Kurse der Halbleiterhersteller und ihrer Ausrüster und Zulieferer waren stark unter Druck geraten. Davon waren auch die Papiere von SK Hynix nicht verschont geblieben: Ende Juni hatten sie mit knapp drei Millionen koreanischen Won ein Rekordhoch erreicht. Anschließend büßten sie gut ein Viertel ein.
Analystin Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg nannte den Gang an die US-Börse des Speicherchip-Riesen denn auch "ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor". Die jüngste Korrektur zeige, wie nervös der Markt geworden sei. Operativ profitiere SK Hynix wie kaum ein anderer Konzern vom Bedarf an Hochleistungsspeichern für KI-Rechenzentren. Die sogenannten HBM-Chips seien Schlüsselkomponente für Beschleuniger von Nvidia und anderen Anbietern./bek/jsl/he